Lidarti, Christian Joseph (Cristiano Giuseppe)

* 23.2.1730 Wien, † zw. 1793 und 1795 Pisa?/Großherzogtum Toskana (I)

Komponist

Ausbildung im Zisterzienserkloster Viktring bei Klagenfurt und im Jesuitenseminar von Leoben; Philosophie- und Jusstudium an der Wiener Univ., daneben Cembalo- und Harfenunterricht sowie autodidaktisch Komposition. Sein Onkel J. Bonno empfahl ihm das Studium der klassischen Musiktheoretiker, 1751 ging er zur weiteren Ausbildung nach Italien. Nach kurzen Aufenthalten in Venedig, wo er sich mit F. L. Gaßmann anfreundete, und Florenz lebte er fünf Jahre in Cortona als Musiklehrer und Komponist. 1757 studierte er bei N. Jommelli in Rom. 1757–84 war er Musiker in der Kapelle der Cavalieri di S. Stefano in Pisa. L. stand u. a. mit G. B. Martini, N. Jommelli und Charles Burney in Kontakt. Er komponierte auch Werke – auf hebräischen Text – für die Synagoge von Amsterdam. Die letzte von ihm datierte Komposition stammt aus dem Jahr 1793.

Ehrungen

  • Mitglied der Accademia Filarmonica in Bologna/I 1761 und Modena/I

Werke

Kammermusik (darunter eine Sonate für die Va. Pomposa); Cembalokonzert; La Tutela contrastata fra Giunone, Marte e Mercurio, col Giudizio di Giove (componimento drammatico, T: Giuseppe Aubert, 1767); Catches und Glees; 4st. Fuge zur Prüfung für die Aufnahme in die Accademia Filarmonica in Bologna; Canti per la sinagoga portoghese di Amsterdam; Ester (Oratorium, T: Jacob Raphaël Saraval, 1774).

Schriften

  • Aneddoti Musicali [hs. Autobiographie, I-Bc]

Literatur

Autorin

  • Barbara Boisits

Letzte inhaltliche Änderung

10.6.2025

Empfohlene Zitierweise

Barbara Boisits, Art. „Lidarti, Christian Joseph (Cristiano Giuseppe)“ (10.6.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d792 (abgerufen am )

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