Léon, Amadeus Gottlieb Dominicus

* 16.4.1757 Wien, † 27.9.1830 Wien

Schriftsteller, Bibliothekar

Studium an der Wiener Univ. (Philosophie, Jus), ab 1778 Hofmeister bei der Familie F. v. Greiners. 1782–1827 an der Wiener Hofbibliothek tätig – hier Vorgesetzter, später Freund F. Grillparzers –, ab 1817 Kustos der Inkunabel-Sammlung. L. beschäftigte sich schon früh mit dem Minnesang und veröffentliche Nachdichtungen u. a. von Herrand v. Wildon, Ulrich v. Liechtenstein, Walther v. der Vogelweide. Seine Gedichte und Idyllen im Stil der deutschen Klassik fanden in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien über Österreich hinaus Verbreitung. Außerdem betätigte sich L. auch als Übersetzer fremdsprachiger Werke, so z. B. 1787 von Jean-Jacques Rousseaus Singspiel Le Devin du Village. Von seinem Logenbruder W. A. Mozart wurden zwei Gedichte vertont (verschollen), ebenso von J. Haydn und Fr. Schubert.

Werke

Lied eines österr. Bauersmanns am Grabe seiner Landesfürstin 1780; Empfindungen über den der Freymaurerey in den k. k. Erblanden öffentlich ertheilten Schutz 1786; Gedichte 1788; An Therese Saal als Sängerin und Ehegattin 1805; Kurzgefaßte Beschreibung der Hofbibliothek in Wien 1820; Rabbinische Legenden 1821, 21919; Hg. Österr. Monatsschrift 1793/94; Wr. Musenalmanach (gem. m.J. F. v. Ratschky) 1795/96; Apollonion. Ein Taschenbuch zum Vergnügen und Unterricht (gem. m. Ratschky) 1807/08.

Literatur

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Léon, Amadeus Gottlieb Dominicus“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d75b (abgerufen am )

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