Lagkhner (Lagkner), Daniel

* nach 1550 Marburg an der Drau/St (Maribor/SLO), † nach 1607 (Ort?)

Komponist, Organist und Musiklehrer

1602 ist L. auf dem Titelblatt seiner Soboles musica als Bürger und Organist in Loosdorf/NÖ bezeichnet. Das Werk ist seinem Arbeitgeber und Schirmherrn, Baron Georg Christoph Losenstein gewidmet. Die Flores Jessaei (1606) und Florum Jessaeorum semina (1607) widmete er dem Wiener Arzt Dr. Johann Bierdümphl und dem steirischen Landeshauptmann Paul Trauner. Kennzeichnend für L. sind Doppelchor und Hang zur Homophonie, was einer Assimilierung der zeitgenössischen venezianischen Musik entspricht, gleichzeitig ist L. noch fest in der Polyphonie der Renaissance verankert. Seine Sammlung Neuer teutscher Lieder I. Theil (1606) beinhaltet 23 fast ausschließlich weltliche vierstimmige Lieder auf Texte aus dem Ambraser Liederbuch, mit Widmungen an verschiedene österreichische Adelige. Technisch einfacher sind die Tricinia und vierstimmigen lateinischen Kompositionen (auf Art der Villanellen) der beiden Flores, die offenbar für Gottesdienste und den Musikunterricht in der Loosdorfer Lateinschule vorgesehen waren, die Baron Losenstein 1574 gegründet hatte.

Gedenkstätten

  • Lagkhnergasse (Graz IX)

Werke

Melodia funebris, 6vv, Wien 1601 (verloren); Soboles musica, 4-8vv, Nürnberg 1602; Neuer Teutscher Lieder I. Theil, 4vv, Nürnberg 1606; Flores Jessaei, 3vv, Nürnberg 1606; Florum Jessaeorum semina, 4vv, Nürnberg 1607. – NA: Monumenta artis Sloveniae 2 (1983), 34 (1998).

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Metoda Kokole

Letzte inhaltliche Änderung

16.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Metoda Kokole, Art. „Lagkhner (Lagkner), Daniel“ (16.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d6ba (abgerufen am )

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