La Roche (Laroche), Julius Dominik (eig. Dominicus Michael Vincentius)

* 9.4.1781 Wien, † 11.4.1859 Wien

Schauspieler, Sänger, Maler

Der Sohn des wohlhabenden, aus Böhmen stammenden Schneidermeisters Joannes Dominic Masatsch (später La Roche, † 9.8.1823 Wien) hätte nach dem Wunsch des Vaters Geschäftsmann werden sollen. Durch Unfälle verlor dieser jedoch sein Vermögen und La Roche wandte sich nach einem erfolgreichen Debüt bei einem Privattheater der Schauspielkarriere zu. Zunächst spielte er in einer Theatergesellschaft eines gewissen Krotter in Galizien, später am Theater an der Wien („erster Schauspieler“). Am 17.6.1823 heiratete er als „Schauspieler und Sänger im k. k. privil.[egierten] Theater an der Wien“ die Wiener Schauspielerin Klara Katharina, geb. Dietz (* 8.2.1797 Mariahilf [Wien VI], † 8.5.1870 Wien). Sein Trauzeuge war der Bühnenautor J. Ritter v. Seyfried, den er vermutlich am Theater an der Wien kennengelernt hatte. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, Franz Xaver (* 8.8.1824), Dominicus (* 18.7.1825), Katharina, verh. Westmann (* 24.7.1826) und Klara (* 20.2.1832). Nach der Schließung des Theaters an der Wien 1825 hielt La Roche sich und seine Familie mit Unterstützung seines Schwiegervaters als Maler über Wasser und bewarb sich 1826 um eine Stelle am Hofburgtheater, wobei er sich auch mit „untergeordneten Rollen“ zufriedengab. „Er war einer der beliebtesten Schauspieler im Theater an der Wien, ist in komischen besonders brauchbar, spricht sehr gut und geläufig Französisch“ ist in einem Bericht an den Oberstkämmerer Johann Rudolf Czerninon von und zu Chudenitz vom 4.10.1827 (zit. n. Neues Wiener Journal 24.2.1929, 29) zu lesen. Am 29.11.1827 debütierte er am Burgtheater als Frießhardt in Friedrich Schillers Wilhelm Tell. Bis 1850 verkörperte er dort in der Folge vor allem kleinere Rollen, insgesamt war er an 193 Produktionen beteiligt. Mit der Übernahme des Theaters an der Wien durch C. Carl 1827 war er auch dort wieder (bis 1850?) tätig. Darüber hinaus veranstaltete La Roche bis zumindest 1848 angeblich mehr als 25 Jahre lang (seit 1833 nachweisbar) regelmäßig Subskriptionsballveranstaltungen in verschiedenen Wiener Lokalen, die sich großer Beliebtheit erfreuten und bei denen u. a. auch die Kapellen von Joh. Strauß Vater und J. Lanner für die Tanzmusik sorgten. Außerdem war er langjähriger Vorstand des Graf F. Palffy’schen Theaterpensionsfonds für Mitglieder des Theaters an der Wien. Eine bereits in Nachrufen 1859 kolportierte Verwandtschaft (Bruder) mit dem Schauspieler C. La Roche ist auszuschließen.

Literatur

  • Art. „La Roche, Julius“, in: Wilhelm Kosch, Deutsches Theater-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch, Bd. 2, Klagenfurt/Wien 1960, 1171
  • Art. „La Roche, Julius“, in: Ottmar G. Flüggen, Biographisches Bühnen-Lexikon der deutschen Theater. Von Beginn der deutschen Schauspielkunst bis zur Gegenwart, München 1892, 190
  • Elfriede Futter, Art. „La Roche, Karl von“, in: Österreichisches Biographisches Lexikon, Bd. 5, hrsg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1972, 28f
  • Neues Wiener Journal 24.2.1929, 29f
  • Der Sammler 22.1.1842, 54
  • Allgemeine Theaterzeitung und Originalblatt 16.2.1835, 132, 23.1.1837, 68
  • Oesterreichisches Morgenblatt 28.2.1838, 104
  • Der Wanderer 25.1.1842, 84
  • Der Zwischen-Akt 16.4.1859, [3]
  • Taufbuch der Pfarre St. Michael (Wien I) 1780–84, fol. 131
  • Trauungsbuch der Pfarre Dornbach (Wien XVII) 1784–1843, fol. 72
  • Taufbuch der Pfarre Mariahilf (Wien VI) 1791–1800, fol. 308, 1821–26, fol. 196, fol. 248, fol. 303, fol. 384
  • Sterbebuch 1858–62 der Pfarre Mariahilf (Wien VI?), fol. 42
  • Trauungsbuch der Pfarre St. Michael 1756–72, pag. 487
  • Sterbebuch der Pfarre St. Peter (Wien I) 1810–27, fol. 175
  • „Julius Dominik La Roche”, in: Wien Geschichte Wiki, www.geschichtewiki.wien.gv.at (24.7.2026)
  • „Julius La Roche (1781–1859)“, in: Burg Recherche, https://kulturerbe.burgtheater.at (24.7.2026)
  • eigene Recherchen (ANNO. Historische Zeitungen und Zeitschriften, www.anno.onb.ac.at)

Abbildungen

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

8.10.2026

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „La Roche (Laroche), Julius Dominik (eig. Dominicus Michael Vincentius)“ (8.10.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

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