Studium an der Univ. Salzburg (Geschichte, Mag. phil.) und der MHsch. Mozarteum (Musikerziehung, Dirigieren bei G. Wimberger, Komposition bei J. F. Doppelbauer). Tätigkeit als Pianist im In- und Ausland, Dirigierkurse bei H. Swarowsky und Sergiu Celibidache. 1979–84 u. a. als Chor- und Orchesterleiter in Köln/D, Musikdozent und Repetitor am Opernhaus Köln, 1980–83 Kompositionsstudium bei H. W. Henze, seitdem Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten (u. a. Erstellung der Wiener Fassung der Balletts Or-pheus im Auftrag der Wiener Staatsoper). 1984–86 Engagement am Grazer Opernhaus, seit 1985 Lehrauftrag an der Grazer MHsch. 1987–89 künstlerischer Leiter des Jugendmusikfestes Deutschlandsberg, 1987–91 Leiter der Komponisten-Werkstatt Deutschlandsberg im Rahmen des steirischen herbstes. 1988–90 Lehrauftrag für Tonsatz am Institut für Musikwissenschaft der Univ. Graz. 1990–92 Leiter der Komponisten-Werkstatt in München im Rahmen der Münchner Biennale. 1992–94 Gastprof. für Komposition am Mozarteum in Salzburg, 1994 bis zu seiner Emeritierung 2019 Prof. für Komposition an der MHsch./MUniv. Graz, daneben Gast-Dirigate in Europa und Südamerika. In seinen Werken, die in zahlreichen Aufführungen und Rundfunkübertragungen im In- und Ausland Renommee erlangten, legt er Wert „auf die Verständlichkeit des verwendeten musikalischen Materials“. Komponieren bedeutet für K. „Fragen, Forschen, auch Versuchen von Antworten“.
Ehrungen
- Würdigungspreis des BMWF 1978
- Förderungspreis für Musik des Landes Kärnten 1979
- Förderungsstipendium des BMUK 1981
- Österreichisches Staatsstipendium für Komponisten 1984, 1988 und 1993
- Staatsstipendium für Komposition der Republik Österreich
- Förderungspreis des BMUK 1990
- Rolf-Liebermann-Stipendium für Opernkomponisten 1993
- Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Stiftung München 1995
- Würdigungspreis des Landes Kärnten 1996
- Ernst-Krenek-Preis 2005
- Österreichischer Kunstpreis 2011
- Goldenes Ehrenzeichen des Landes Kärnten 2022
- Großer Österreichisches Staatspreis 2023
Werke
Opern (Stallerhof, T: Franz Xaver Kroetz, 1988; Tod und Teufel, T: Peter Turrini 1999); Orchesterwerke (Fünf Aphorismen f. großes Orch. 1982, „Unser Maß ist die Wirklichkeit“ für Bariton, Chor u. Orch. 1982, Lamento e conforto, Elegie f. großes Orch. 1983; Concertare für Klar. u. Orch. 1991); Filmmusik (gem. m. H. W. Henze, D. Graham u. M. Wengler Eine Liebe von Swann 1982), Kammermusik, Vokalmusik.
Schriften
- Gedanken über Josef Friedrich Doppelbauer als Lehrer in Josef Friedrich Doppelbauer 1988
- Programmeinführungen in Wien modern 1992
- „Im Zurückweichen vor zunehmendem Wahnsinn ...“ Zur Stoffwahl im zeitgenössischen Musiktheater am Beispiel der „Münchener Biennale“ in O. Kolleritsch (Hg.), Vom Neuwerden des Alten 1995
- Berührungspunkte in R. Ulm (Hg.), Eine Sprache der Gegenwart. musica viva 1945–1995, 1995
Literatur
- www.mica.at (7/2003)
- MaÖ 1997 [mit WV]
- Goertz 1994
- Kleine Zeitung 3.7.2003
- Der Standard 9./10.4.2005
- http://www.bmukk.gv.at (11/2012)
- https://kaernten.orf.at (10/2023)
- www.gerd-kuehr.at (10/2023)
Autorin
- Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
10.10.2023Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Kühr, Gerd“ (10.10.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d65f (abgerufen am )
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