Krstić, Ehepaar

Musiker:in

Danica (geb. Theresia Staudinger): * 10.12.1872 Wien, † 9.11.1966 Belgrad. Pianistin und Klavierpädagogin. Die Tochter eines Sollicitators (Rechtsanwaltsgehilfe) studierte 1889–93 Klavier am Konservatorium der GdM und schloss ihr Studium in der Klasse von J. Dachs (Reifezeugnis 1893) ab. Die Wiener Ausbildung prägte ihr künstlerisches und pädagogisches Wirken maßgeblich. Möglicherweise im Zuge ihrer Eheschließung trat sie 1899 aus der katholischen Kirche aus. Später zog K. mit ihrem Ehemann nach Belgrad, wo sie über mehrere Jahrzehnte eine wichtige Rolle als Musikpädagogin innehatte. 1903/04–40 unterrichtete sie an der MSch. in Belgrad (später MSch. Mokranjac), 1939–46 an der Mittelschule der MAkad. (später Slavenski). Zu ihren Schülern zählte u. a. der Komponist Milenko Paunović (1889–1924). Als Interpretin trat sie sowohl solistisch als auch in Kammermusikbesetzungen auf. Besonders beachtet wurden ihre Interpretationen von Werken W. A. Mozarts und L. v. Beethovens. Ihr 1911 erschienener Klavierlehrgang Škola za klavir [Klavierschule] wurde mehrfach neu aufgelegt und gilt als eines der ersten methodisch aufgebauten Lehrwerke in serbischer Sprache. Er verbindet theoretische und praktische Ansätze mit Beispielen aus der Klavierliteratur sowie mit serbischen Volksmelodien und -tänzen. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der MSch. Mokranjac wurde K. für ihre langjährige pädagogische Tätigkeit ausgezeichnet.

Schriften

  • Klavierschule Škola za klavir 1911

Literatur

Petar: * 18.2.1877 Belgrad, † 21.1.1957 Belgrad. Komponist und Dirigent. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er in Belgrad bei Josif Svoboda (Violine) und Stevan St. Mokranjac (Musiktheorie). Danach ging er nach Wien, wo er 1896–1902 am Konservatorium der GdM Harmonielehre, Kontrapunkt und Komposition bei R. Fuchs studierte. Im dritten Studienjahr erhielt er ein Stipendium des serbischen Bildungsministeriums, das ihm zusätzlich 1899–1903 ein musikwissenschaftliches Studium an der Univ. Wien u. a. bei G. Adler ermöglichte. Ab Januar 1900 war K. als Dirigent des Kirchenchors der Serbischen Kirchengemeinde „Hl. Sava“ in Wien tätig. Nach dem Studium kehrte er nach Belgrad zurück, wo er 1903–28 als Lehrer am Ersten Männergymnasium sowie 1911–14 an der MSch. „Stanković“ unterrichtete. Parallel dazu wirkte er als Dirigent am Nationaltheater Belgrad (1903–12). 1914–21 war K. Direktor der Serbischen MSch. (heute MSch. „Mokranjac“), anschließend bis 1924 Direktor der MSch. „Stanković“, an deren Gründung er mitgewirkt hatte. Daneben leitete er den Chor des Arbeitervereins Jedinstvo [Einheit]. 1929–37 war er Leiter der Musikabteilung von Radio Belgrad und 1928–38 Leiter der Abteilung für Kunst und Literatur im Bildungsministerium. Er setzte sich aktiv für die Anerkennung der Urheberrechte von Komponist:innen ein und war Vorsitzender der Belgrader Sektion des Verbands Jugoslawischer Musikautoren (1929–41).

Werke

Opern (Zulumćar [Der Tyrann], Ženidba Stojana Jankovića [Die Heirat des Stojan Janković]), Bühnenmusiken (Ajša, Koštana, Dorćolska posla [Dorćoler Angelegenheiten], Snežana i sedam patuljaka [Schneewittchen und die sieben Zwerge], Kneginja Maja [Fürstin Maja]), Orchesterwerke, Klaviermusik, Sololieder, Bearbeitungen serbischer Volkslieder, A-cappella-Chöre.

Schriften

  • Beiträge in der Zeitung Pravda und 1922 Hg. der ZsMuzički glasnik.

Literatur

Autorin

  • Marijana Kokanović Marković

Letzte inhaltliche Änderung

31.10.2025

Empfohlene Zitierweise

Marijana Kokanović Marković, Art. „Krstić, Ehepaar“ (31.10.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

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