Križanić (Krisanizh, Crisanius), Juraj (Georgius)

* 1618 Obrh bei Ribnik/HR, † 12.9.1683 Wien

Theologe, Philosoph und Musikschriftsteller

K. hat in Agram, Laibach, Graz (im Ferdinandeum 1635 als „Croata Ozalliensis“ erwähnt), Bologna/I und Rom studiert. Als Experte für die Problematik der Ostkirchen war er zweimal (1647 und 1659) in Russland als Missionar tätig (einmal als Papstgesandter, das zweite Mal auf eigene Initiative). Mit einem Zar-Dekret nach Sibirien vertrieben, verblieb K. 16 Jahre in Tobolsk/RUS (1661–76). 1683 ging er nach Wien, wo er als Feldgeistlicher des polnischen Heeres tätig war. K. starb in der Schlacht am Kahlenberg gegen die Türken. Inspiriert möglicherweise durch seine Bekanntschaft mit A. Kircher, veröffentlichte K. 1656 in Rom den musiktheoretischen Traktat Asserta musicalia mit 20 Thesen über verschiedene Aspekte der Musiktheorie und -geschichte. K. hinterließ weitere Texte über Musik: Nova inventa musica und Tabulae novae, exhibentes musicam (Rom 1657), das Flugblatt Novum instrumentum ad cantus mira facilitate componendos (Rom 1658). K. neigte zur Temperierung, was ihn den anderen zeitgenössischen römischen Autoren näher bringt (J. Caramuel, Pier Francesco Valentini, Girolamo Frescobaldi).

Werke

Asserta musicalia 1656; Nova inventa musica 1657; Tabulae novae, exhibentes musicam 1657; Novum instrumentum ad cantus mira facilitate componendos 1658; ein Kapitel De Musica in seinem Ms. Razgovori ob wladatelstwu (NA 1965 u. 1997 [kroatische Übersetzung]).

Literatur

Autor

  • Stanislav Tuksar

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2017

Empfohlene Zitierweise

Stanislav Tuksar, Art. „Križanić (Krisanizh, Crisanius), Juraj (Georgius)“ (14.3.2017), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d5d9 (abgerufen am )

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