Kreuder, Peter Paul (Pseud. Peter Pan)

* 18.8.1905 Aachen/D, † 28.6.1981 Salzburg

Komponist, Pianist, Kapellmeister

Sohn des Kammersängers Peter K., erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von drei Jahren in Köln/D, 1914–17 bei Hans Hermann an der Hamburger Klavierakad. Bereits als Jugendlicher Tätigkeit als Korrepetitor, Bühnenkomponist und Dirigent für Hamburger Theater. 1920 Privatunterricht bei F. Busoni in Berlin, 1922–24 Studium (Klavier, Komposition, Dirigieren) an der Akad. der Tonkunst in München/D, u. a. bei S. v. Hausegger. Daneben als Pianist Auftritte mit P. K. and his Combo in verschiedenen Münchner Etablissements, Komponist für die Revuen des Cabarets Bonbonniere, später 1. Kapellmeister am Deutschen Theater München. 1928 Dirigent seiner Revue-Operette Flirt und Jazz (T: K. Farkas, F. Grünbaum) an den Wiener Kammerspielen, erste Schlager entstanden in Wien (u. a. Über den Dächern von Wien). Bei einem weiteren Aufenthalt in Wien entdeckte K. G. Keller, schrieb für sie Chansons und Schlager und legte den Grundstein für deren internationale Plattenkarriere. 1931 erstmals Musik zu einem Tonfilm (Peter Voss, der Millionendieb), gleichzeitig Hauskomponist der Kammerspiele im Münchner Schauspielhaus. 1937 Staatsmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoperette München. 1939 Musik zur Frack-Komödie von Fritz Schwiefert im Wiener Volkstheater und Konzerttournee durch Skandinavien sowie Emigration (Exil) nach Schweden, 1942 unfreiwillige Rückkehr nach Deutschland. 1944–46 Wohnsitz in Altaussee/St, Mitte August 1945 Eröffnung der von ihm gegründeten Ausseer Festspiele, 1946 Musik zum ersten österreichischen Nachkriegsfilm Das singende Haus. 1947–55 musikalischer Leiter mehrerer Radio-Stationen in Südamerika, daneben zahlreiche Konzerttourneen in den USA und Europa. 1958 UA des Musicals Madame Scandaleuse mit Zarah Leander im Raimundtheater. In der Folge mehrere Musical-UA.en in Wien (Bel Ami mit J. Heesters, Lady aus Paris mit Z. Leander), 1980 UA des Musicals Wie wird man Minister in Salzburg. Seit 4.12.1959 österreichischer Staatsbürger; Mitglied der AKM. Neben seinen Welterfolgen als Komponist unzähliger Filme und Schlager erlangte K. v. a. auch als Kapellmeister und Pianist große Popularität, gab im Laufe seines Lebens über 4000 Konzerte und nahm über 1000 Schallplatten auf.

Gedenkstätten

  • Peter-Kreuder-Straße in Salzburg und München

Ehrungen

  • Weltfilmpreis für die Musik zum Film Das Mädchen Johanna 1935
  • schwedischer Gustav-Wasa-Orden für große Verdienste um die Kunst 1941
  • Prof.-Titel 1950 (Buenos Aires) und 1972 (Wien)
  • Schwabinger Kunstpreis für Musik München 1970
  • Paul-Lincke-Ring Goslar/D 1975
  • Goldene Europa (1982, postum)
  • Goldene Stimmgabel (1995, postum)

Werke

Schlager (Capriolen; Good bye Jonny; Ich brauche keine Millionen; Ich wollt, ich wär ein Huhn; Im Leben geht alles vorüber; Komm' spiel mit mir Blindekuh; Sag beim Abschied leise ‚Servus’); Filmmusik zu 188 Filmen (Peter Voss, der Millionendieb; Mazurka; Kora Terry; Wasser für Canitoga; Burgtheater); Operetten; Musicals; Revuen; Oper Lips nach J. N. Nestroys Der Zerrissene (1941); Ballett Tanze, Marlen! (1944); Symphonische Werke (Die Brasilianische op. 101; Ein Wiener in New York op. 105, Berliner Konzert op. 106; Capricho Carnival op. 121); Bayrisches Klavierkonzert op. 104.

Schriften

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

13.11.2020

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Kreuder, Peter Paul (Pseud. Peter Pan)“ (13.11.2020), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d60f (abgerufen am )

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