Knotzinger, Familie

Lehrer, Musiker und Komponisten

Franz Georg: * 16.3.1908 Wien, † 31.12.1993 Wien. Lehrer, Musiker, Komponist. Ausbildung zum Lehrer in Wien, daneben auch Musikausbildung: Violine (u. a. bei J. Bartosch), Klavier (in der MSch. Geyer), Orgel (bei R. Wickenhauser), Zither, Musiktheorie und Didaktik der Schulmusik (Pädagogisches Institut der Stadt Wien bei Mena Blaschitz, Gustav Donath, Anna Lechner und G. Moißl); Studium der Geographie und Geologie an der Univ. Wien (Dr. phil. 1933). Hauptberuflich Volks- und Hauptschullehrer (zuletzt Hauptschuldirektor), betätigte sich K. auch als Privatmusiklehrer, Musikkritiker, Chorleiter und Organist. V. a. wurde K. jedoch als Zitherspieler bekannt (u. a. Soloauftritt in Schweden 1920), in der Zwischenkriegszeit bildete er mit Franz Jordak und Franz Baasch das bekannte Wiener Zithertrio. Eigenen Angaben zufolge war er zu Beginn der 1940er Jahre Wehrmachtsingleiter, nach dem Krieg weitere Auftritte als Zitherspieler; Mitarbeiter des Österreichischen Volksliedwerkes und des Wiener Volksgesangvereines.

Ehrungen

  • 3. Platz beim Kompositions-Wettbewerb des Verbandes der Amateurmusikvereine Österreichs 1948
  • Kulturmedaille in Silber der Stadt Wels 1976
  • Bundesehrenabzeichen in Gold des Dt. Zithermusik-Bundes
  • Stephanusorden der Erzdiözese Wien in Silber
  • Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien 1988
  • Ehrenmitglied des Verbandes der Amateurmusikvereine Österreichs, der Wr. Zitherfreunde „Josef Haustein“, des Vereins der Freunde der Beethoven-Gedenkstätte in Floridsdorf.

Werke

Dt. Messe, Lieder, Sinfonietta, Suiten (u. a. Zum Jubiläum einer Stadt [Wels]), Kammermusik (v. a. f. Zither); Bearbeitungen von Werken von Felice dall’Abaco, Arcangelo Corelli, G. F. Händel, Jean Baptiste Loeillet, Georg Philipp Telemann und A. Vivaldi f. Zither(-ensemble); Unterrichtswerke für Zither.

Schriften

Sein Bruder

Kurt:* 31.1.1928 Wien, † 7.3.2010 Wien. Geistlicher, Kirchenmusiker, Komponist. Erhielt eine Musikausbildung an den Musikschulen der Stadt Wien sowie am Wiener Konservatorium (Klavier bei Friederike Urz, Violoncello bei Fried. Litschauer) und studierte Orgel bei Maximilian Frischmann an der Wiener Diözesanschule für Kirchenmusik; vertiefende Kompositionsstudien bei E. Tittel und A. Heiller an der Abteilung für Kirchenmusik der Wiener MHsch. Nach der Priesterweihe 1953 war er während seiner ersten Seelsorgestation in Gerasdorf/NÖ auch Dekanatsmusikpfleger für das Dekanat Wien-Floridsdorf. 1961 Dr. theol., 1966–87 Spiritual im Priesterseminar der Erzdiözese Wien in Sachsenbrunn/NÖ, wo er auch Musik unterrichtete und den Seminarchor leitete, mit dem er Konzertreisen im In- und Ausland unternahm. 1983–88 Praeses der Pueri Cantores Austriae, 1987–98 Pfarrer der Muttergottespfarre in Wien III. Geistlicher Leiter und Dozent für Gregorianischen Choral bei der Salzburger Werkwoche für Kirchenmusik und Leiter der Wiener Neustädter Singtage.

Ehrungen

  • Monsignore 1977
  • Oberstudienrat 1986
  • Geistlicher Rat
  • Goldenes Ehrenzeichen des Landes Niederösterreich

Werke

Messen, Die Zwischengesänge der Messfeier für Kantor (Schola), Chor und Orgel, Kirchenliedsätze, Musik zu den Kirchschlager Passionsspielen.

Schriften

Franz' Sohn

Günter:* 10.1.1943 Wien. Lehrer, Chorleiter, Komponist. Studierte an der MAkad. (Lehramtsprüfung für Musik und Klavier 1965) und Mathematik an der Univ. Wien (Diplom 1967), anschließend Lehrtätigkeit an Gymnasien und daneben 1975–2005 an der Pädagogischen Akad. der Erzdiözese Wien. Seit 1962 als Chorleiter tätig, ist K. seit 1972 künstlerischer Leiter des Wiener Lehrer-a-cappella-Chores, 2005/06 leitete er in der Nachfolge von J. Ebenbauer provisorisch die Dommusik an St. Stephan. K. war 1998–2012 in der Nachfolge von F. Gerstacker Vorsitzender des Musikausschusses des Chorverbandes Österreich (Sängerbund). Kirchenmusik- und Konzerttätigkeit im In- und Ausland, Referent bei zahlreichen Chorseminaren.

Ehrungen

  • Oberstudienrat
  • Goldene Chorleiternadel 1988 u. Jaksch-Plakette des Sängerbundes für Wien u. Niederösterreich 1997
  • Silbernes Ehreneichen f. Verdienste um die Republik Österreich 1990
  • Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien 2003
  • Goldenes Ehrenzeichen f. Verdienste um die Republik Österreich 2005
  • Ritterkreuz des päpstlichen Gregoriusordens 2008
  • Ferdinand Grossmann-Preis (silberne Stimmgabel) 2009

Werke

Chormusik, Liedbearbeitungen.

Schriften

  • Beiträge in der SK.

Literatur

  • J. Hartmann, Die Zither in Wien 1996, Bd. 2, 37f
  • Who is who in Öst. 1985
  • Lang 1986 u. 1996, 65
  • F-A 1 (1974)
  • SK 24 (1976/77), 110, 25 (1977/78), 215, 30 (1983), 179, 33 (1986), 123, 35 (1988), 35, 50 (2003), 32, 52 (2005), 97, 55 (2008), 78, 57 (2010), 102
  • P. Planyavsky, Gerettet vom Stephansdom 2007
  • www.wiener-lehreracappellachor.com (4/2012)
  • Mitt. Chorverband Österreich
  • Ton an Ton. Mitteilungen des Chorverbandes Niederösterreich und Wien (2012), H. 2, 1f
  • pers. Mitt. G. K.
  • eigene Recherchen

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

7.4.2012

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Knotzinger, Familie“ (7.4.2012), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d4f5 (abgerufen am )

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