Karger-Hönig (geb. Hönig, auch Hönig-Karger), Friederike Eugenie

* 1.4.1902 Wien, † 19.5.1976 Wien

Pianistin, Komponistin, Musikpädagogin, Dirigentin

Die Tochter von Maria, geb. Bürger, und Sigmund Hönig, Sekretär des Wiener Kaufmännischen Vereins, besuchte ein Mädchenlyzeum, erhielt zunächst privaten Klavierunterricht bei Margarete Bernhard, Eduard Gärtner und P. Weingarten und studierte 1919–20 Klavier in der Meisterschule bei E. Sauer an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. 1920/21 besuchte sie den Kammermusikunterricht von F. Löwe, 1922/23 als Externistin jenen von K. Prohaska. Vermutlich wurde Karger-Hönig an diesem Haus 1927–31 in Komposition von F. Schmidt ausgebildet, 1929–31 absolvierte sie zudem als erste Frau die Kapellmeister-Schule unter A. Wunderer, die sie 1931 mit Auszeichnung abschloss. Als Musikerin war Karger-Hönig sehr geschätzt und wurde etwa als „virtuose Pianistin und berufene Ausdeuterin der eigenen, knappgefaßten, hin und wieder die Fesseln der Tonalität wagemutig abstreifenden Klavierstücke“ (Neue Freie Presse 28.4.1937, 9) beschrieben; sie interpretierte v. a. in Wien Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, R. Schumann (Abegg-Variationen), F. Liszt (Ungarische Rhapsodie Nr. 2), L. Stöhr, Claude Debussy (Epigraphes antiques), Igor Strawinsky (Konzert für zwei Klaviere) u. a. Spätestens ab 1926 unterrichtete sie privat Klavier, Korrepetition und Musiktheorie in der Silbergasse 34 (Wien XIX), später in der Hainburgerstraße 35/6 (Wien III); 1936 gab sie in einer Zeitungsannonce an, „Musik lieben und mit Verständnis und Geschicklichkeit ausüben“ zu lehren (Neues Wiener Tagblatt 1.10.1936, 21), 1937 „Klavier nicht zu hacken, sondern zu spielen, Musik nicht als Drill zu fürchten, sondern als Kunst zu lieben“ (Neues Wiener Tagblatt 3.10.1937, 46, s. Abb.). Ab 1945 war sie Klavierlehrerin am Städtischen Konservatorium in Wien, in den 1950er Jahren hatte sie Kontakt zu J. Marx. Karger-Hönig war auch als Dirigentin tätig und leitete „sicher und schwungvoll“ (Ostdeutsche Rundschau 5.7.1930, 7) das Schüler:innenorchester der Musikakademie. Karger-Hönig komponierte ab dem Alter von zwölf Jahren, ihre Werke, von denen der Europa-Verlag einige veröffentlichte, wurden bis Ende der 1940er Jahre oft aufgeführt und waren ab 1929 auch im Rundfunk zu hören. Sie selbst sagte über ihre Werke, „sie sind nicht atonal, führen aber bis an die Grenze der Tonalität“ ( Telegraf 15.4.1936, 14). Karger-Hönig war Mitglied im Wiener Frauenclub und 1946–72 der AKM. Seit 1922 war sie mit Eduard Karger († 1950) verheiratet.

Werke

Lieder, u. a. nach Texten von Rosa Mayreder, Richard Billinger, Felix Braun, Stefan George, Ernst Scheibelreiter und Heinrich Suso Waldeck; Melodramen: Die Flöte (T: Franz Karl Ginzkey), Schöne Agnete (T: Agnes Miegel), Die Rente (T: Theodor Kramer); Klaviermusik: Variationen über ein eigenes Thema, Toccata, Klaviersonatine; Kammermusik: Streichquartett, Streichquintett, Suite für Streichquintett; Orchesterwerke: Klavierkonzert.

Literatur

  • Art. „Karger-Hönig Friederike“, in: 210 österreichische Komponistinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, hrsg. von Eva Marx und Gerlinde Haas, Wien/Salzburg 2001, 474f
  • Christoph Hust, „Aufführung als Analyse. Heinrich Schenkers Anleitung zum Vortrag von Wolfgang Amadé Mozarts Fantasie c-Moll KV 475“, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie 4/3 (2007), 235
  • Ilse Korotin, Art. „Karger-Hönig Friederike“, in: biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Bd. 2, hrsg. von ders., Wien 2016, 1574
  • Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe) 9.11.1924, 14, 12.9.1926, 43, 20.9.1931, 42, 1.10.1936, 21, 3.10.1937, 46
  • St. Pöltner Bote 27.10.1927, 4, 8.12.1927, 4, 4.5.1928, 10
  • Ostdeutsche Rundschau 5.7.1930, 7
  • Telegraf 15.4.1936, 14
  • Die Stunde 23.2.1937, 4
  • Neue Freie Presse 28.4.1937, 9
  • Die Stunde 3.2.1938, 4
  • „Friederike Karger-Hönig“, in: Komponistinnen.org, https://komponistinnen.org (31.8.2026)
  • Art. „Karger-Hönig Friederike“ (27.11.2025), in: Musikdatenbank von mica – music austria, https://db.musicaustria.at (31.8.2026)
  • Mitt. Archiv Musikuniversität Wien (10.9.2026)

Abbildungen

Autorin

  • Eva Maria Hois

Letzte inhaltliche Änderung

20.10.2026

Empfohlene Zitierweise

Eva Maria Hois, Art. „Karger-Hönig (geb. Hönig, auch Hönig-Karger), Friederike Eugenie“ (20.10.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

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