Josefowicz (Josefovicz), Dora (eig. Dorothea Johanna, verh. Weiss)

* 28.2.1896 Wien, † 16.1.1982 Wien

Pianistin, Organistin, Musikpädagogin

Die Tochter eines Postassistenten studierte 1911–16 an der Wiener Musikakademie bei Paul de Conne, A. Schmidt (Klavier) und R. Stöhr (Kammermusik) sowie zuletzt bei E. Sauer (Klavier-Meisterschule). Sie debütierte am 28.10.1917 in einem Konzert des Tonkünstlerorchesters. Ab 1918 veranstaltete sie immer wieder eigene Klavierabende in den kleineren Sälen des Wiener Konzerthauses und des Musikvereins und wirkte in diversen Konzerten mit. Niemann bezeichnete sie als „eine besonders gute Interpretin moderner Klaviermusik (Reger, Debussy) von schönem Klavierton und feinem Verständnis“ (W. Niemann, Meister des Klaviers, 158). Im Zuge ihrer Ziviltrauung mit dem Rechtsanwalt Heinrich Weiss (Weiß, † 1.7.1929 Wien [Freitod]) am 28.7.1921 trat J. aus der römisch-katholischen Kirche aus (Wiedereintritt am 8.10.1935). Ab 1924 war sie auf Radio Wien zu hören. Anfang der 1930er Jahre nahm sie Orgelunterricht am Neuen Wiener Konservatorium bei K. Lafite und präsentierte sich in der Folge mitunter auch als Organistin. Darüber hinaus besuchte sie bei Lafite 1932–37 einen Stilbildungskurs für künstlerische Begleitung an der Wiener Musikakademie woraufhin sie regelmäßig auch als Klavierbegleiterin „technisch überlegen und stilsicher“ (Neues Wiener Tagblatt 13.3.1941, 11) an die Öffentlichkeit trat. Selbst war J. spätestens ab 1930 ebenfalls als Pädagogin tätig, sie war Mitglied des Österreichischen Musikpädagogischen Verbandes und unterrichtete ab Herbst 1943 auch an der Musikschule Wiener Neustadt. Drei Bewerbungen um eine Anstellung an der Wiener Musikakademie (1935, 1938 und 1945) blieben jedoch vergeblich. Zu ihren Schüler:innen zählten u. a. W. Hahn und A. Jenner.

Literatur

  • Walter Niemann, Meister des Klaviers. Die Pianisten der Gegenwart und der letzten Vergangenheit, Berlin 1919, 158
  • Art. „Jenner, Alexander“, in: Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner, Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik, Wien 1992
  • Neue Freie Presse (Abendblatt) 10.11.1917, 4
  • Neues Wiener Tagblatt 8.6.1932, 9f, 16.6.1932, 10, 10.5.1933, 8, (Abendblatt) 21.6.1934, 4, (Abendblatt) 14.7.1934, 4, 13.3.1941, 11
  • Volksruf 10.7.1943, 6
  • Wiener Allgemeine Zeitung 28.5.1933, 4
  • Das kleine Volksblatt 2.7.1929, 6, 3.10.1945, 7
  • Die Stunde 2.7.1929, 10
  • Taufbuch der Pfarre St. Othmar unter den Weißgerbern (Wien III) 1895–96, fol. 165
  • Wiener Stadt- und Landesarchiv, Melderarchiv, www.wien.gv.at/ (12.9.2026)
  • eigene Recherchen (ANNO. Historische Zeitungen und Zeitschriften, www.anno.onb.ac.at; Jahresberichte der Wiener MAkad.)
  • Mitt. Archiv MUniv. Wien (3.9.2026)

Abbildungen

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

8.10.2026

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Josefowicz (Josefovicz), Dora (eig. Dorothea Johanna, verh. Weiss)“ (8.10.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

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