Jäger (eig. Mysliwec), Karl Maria

* 23.10.1876 Wien, † 9.5.1956 Wien

Komponist, Textdichter

Aufgrund des frühen Todes seines Vaters Ausbildung zum Metallgießer, daneben lernte er das Zither-, später auch das Harmonikaspiel. J. schrieb mit 22 Jahren seine ersten Texte zu Wienerliedern von R. Kronegger und sang bei einem Schrammelquartett. Im Alter von 30 Jahren erlernte er das Klavierspiel und begann, seine Lieder selbst zu vertonen und sie zunächst im Eigenverlag zu publizieren. In der Folge schrieb und textete J. rund 400 Wienerlieder und Lieder im Volkston sowie zahlreiche Couplets, engagierte sich ab 1908 in verschiedenen Interessenvertretungen (Schrammelmusiker, Musikerring, Gesellschaft zur Hebung und Förderung der Volkskunst) und war als Schrammelsänger und Gesangshumorist aktiv. In mehreren Artikeln setzte er sich v. a. nach Ende des Ersten Weltkrieges für die Förderung und Verbreitung des Wienerliedes ein.

Ehrungen

  • Silbernes Verdienstzeichen der Republik Österreich 1937
  • Ehrenmedaille der Stadt Wien 1949
  • Goldene Verdienstnadel des ÖGB/Fachgruppe Schrammelmusik

Werke

ca. 400 Wienerlieder (O du süaße Weana Musi [M: R. Kronegger], Die Stadt unserer Sehnsucht [M: R. Kronegger], Schicksal! du bist unbarmherzig, op. 23 [T: Leopold Wollrab], Da draußen beim Radetzky [T: F. Löhner], Ich hab’ mein Wien im Traum gesehen [T: A. Steinberg-Frank]); Schlagertexte (Deine Liebe ist mein Leben [M: Hans v. Frankowsky], Könnt’ ich vergessen [M: B. Silving], Einmal möchte ich lieben [M: H. Strecker]); rund 300 Couplets.

Schriften

  • Beiträge in Zs. Der österr. Musiker 1934ff

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

30.10.2025

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Jäger (eig. Mysliwec), Karl Maria“ (30.10.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d2cc (abgerufen am )

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