Ihre erste musikalische Ausbildung erhielt sie in ihrer Heimatstadt. Danach ging I. nach Wien, wo sie 1882–87 am Konservatorium der GdM zunächst bei L. Landskron (Klavier Vorbildung) und ab 1884/85 bei H. Schmitt (Klavier Ausbildung) studierte (Abschluss mit Diplom 1887). Letzterer erwies ihr nach erfolgreichem Studienabschluss die Ehre, seine Serbische Rhapsodie als Erste vor König Milan Obrenović aufzuführen. Nach dem Abschluss setzte sie ihre Ausbildung ein weiteres Jahr bei H. Schmitt fort. Darüber berichtete auch die Zeitung Zastava [Flagge], wobei hervorgehoben wurde, dass die junge Künstlerin die Prüfungen mit höchsten Auszeichnungen bestanden habe und noch ein weiteres Jahr in Wien bleiben würde, um Privatunterricht bei den besten Professoren zu erhalten. Ihre Konzerttätigkeit lässt sich von 1888–94 verfolgen. In Belgrad trat sie im Stadtkasino auf, konzertierte aber auch in Neusatz (Novi Sad/SRB) und Maria-Theresiopel (Subotica/SRB). I.s Repertoire umfasste Werke von C. M. v. Weber, R. Schumann, F. Liszt und R. Tollinger. Klavierkonzerte von L. v. Beethoven, C. M. v. Weber und J. A. Hiller spielte sie 1890–94 mit dem Belgrader Militärorchester unter der Leitung von Josif Brodil. Am 23.4.1891 trat sie im Saal des Serbischen Nationaltheaters in Neusatz gemeinsam mit der Militärkapelle des IR Nr. 61 auf. Dort spielte sie das Konzertstück von C. M. v. Weber und die Ungarische F von F. Liszt mit Orchesterbegleitung sowie solo die Serbische Rhapsodie ihres Lehrers H. Schmitt. Bei einigen Konzerten wirkte sie auch als Korrepetitorin. Besonders gelobt wurden ihre Begabung, ihre technische Virtuosität, Fingerfertigkeit und kraftvolle Anschlagsweise. Sie wurde am 5.6.1954 auf dem Neuen Friedhof in Belgrad beigesetzt. Aufgrund ihrer sozialen Bedürftigkeit wurde das Begräbnis von der Gemeinde Stari Grad durchgeführt.
Literatur
- S. Turlakov, Letopis muzičkog života u Beogradu 1840–1941[Chronik des Musiklebens in Belgrad] 1994
- R. Pejović, Srpska muzika 19. veka – izvođaštvo, članci i kritike, muzička pedagogija[Serbische Musik des 19. Jh.s – Aufführungspraxis, Aufsätze und Kritiken, Musikpädagogik] 2001
- Zastava 22.7.1887, 2, 7.4.1891, 4
- Male novine [Kleine Ztg.] 20.1.1889, 1, 13.10.1889, 1, 6.11.1890, 2
- eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM)
Autorin
- Marijana Kokanović Marković
Letzte inhaltliche Änderung
30.10.2025Empfohlene Zitierweise
Marijana Kokanović Marković, Art. „Ilić, Sidonija (Fani)“ (30.10.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )
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