Huber (verh. Haradauer), Antonie (eig. Antonia)

get. 11.3.1778 Baden bei Wien/NÖ, † 2.7.1857 Graz

Sängerin (Sopran)

Schwägerin und Schülerin des Badener Chorregenten A. Stoll, der seit 1.7.1778 in zweiter Ehe mit ihrer älteren Schwester Katharina (* ca. 1751 Baden?, † 20.7.1797 Baden) verheiratet war. Bei ihm traf sie mehrmals mit W. A. Mozart zusammen, der ihr auch Unterricht erteilt haben soll. Lt. A. Hüttenbrenner sang sie „im J.[ahr] 1790 als zwölfjähriges Mädchen in ihrer Vaterstadt Baden ein ‚Agnus Dei‘ in einer solennen Messe von Mozart so sehr nach Wunsch des bei der Production anwesenden unsterblichen Tondichters, daß er der Kunstjüngerin nach beendigtem Gottesdienste einen blanken Souveraind’or einhändigte.“ Hier könnte es sich um die Aufführung einer nicht näher bekannten Messe am 13.6.1790 gehandelt haben. Nach einem zweiten Überlieferungsstrang könnte sie aber auch von Mozart am 10.7.1791 als Einspringerin für den Sopranpart seiner Missa brevis in B-Dur (KV 275 [272b)] eingesetzt worden sein. H. heiratete am 4.10.1796 den Schauspieler und späteren Impresario und Theaterdirektor Franz Xaver Haradauer (* 27.1.1772 Wien, † 9.2.1857 Graz) und war als dramatische Sängerin in Triest, Warschau und Prag tätig. 1802 ging sie mit ihrem Ehemann nach Graz, wo dieser bis 1812 die städtische Bühne leitete und seine Frau als erste dramatische Sopranistin wirkte. Bis 1814 trat H. noch in Graz auf, danach zog sie sich offiziell von der Bühne zurück, sprang dort aber zumindest bis Ende 1820 mitunter ein und sang noch bei einigen Wohltätigkeitsveranstaltungen.

Ehrungen

  • Widmungsträgerin von J. V. Voříšek, 3 Lieder für 1 Singstimme mit Clavierbegleitung, op. 21

Literatur

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

8.1.2018

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Huber (verh. Haradauer), Antonie (eig. Antonia)“ (8.1.2018), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d240 (abgerufen am )

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