Hörmann, Johann Heinrich

* 2.7.1694 Saulgau/D, † 7.2.1763 Freiburg im Breisgau/D

Komponist und Beamter

Aus den habsburgischen Vorlanden stammend, studierte H. 1712–14 an der Univ. Innsbruck, entschied sich jedoch vorerst für eine Musikerlaufbahn: 1714 wird er als Organist an St. Jakob genannt, mit 9.9.1715 wurde ihm die Expektanz auf die Hoforganistenstelle zugeteilt (im selben Jahr wurde H. besoldeter Organist an St. Jakob). 1717 wurde er zum Hoforganisten ernannt, seine Bewerbung um die Nachfolge J. J. Grebers blieb jedoch ohne Erfolg. 1724 bewarb sich H. um eine Stelle in der Hofkanzlei (vorerst unbesoldet; im selben Jahr wurde beschlossen, die Innsbrucker Hofmusikkapelle endgültig aufzulösen) und erhielt als Vertreter von B. d’Aprile den Titel eines Direktors der Hofmusik. 1748 wurden die letzten 4 Hofmusiker ihres Dienstes enthoben, sodass H. auf seine ab 1732 bezahlte Stelle in der Hofkanzlei angewiesen war. Mit der Errichtung einer vorderösterreichischen Kanzlei in Freiburg i. Br. übersiedelte H. 1753 in diese Stadt, in der er jedoch neben seiner Beamtentätigkeit nicht mehr aktiv wurde. H. ist v. a. durch die Messensammlung Alauda coelestis (Augsburg 1750), in für die Zeit typischem kirchenmusikalischem Stil, bekannt geworden; von den wenigen hs. überlieferten Instrumentalwerken fallen einige wegen der Verwendung von volkstümlichen Instrumenten (Drehleier, Harfe, Maultrommel) auf.

Werke

Alauda coelestis, Augsburg 1750 (6 Messen); Offertorien, Miserere, weitere Messen, geistliche Lieder; Instrumentalwerke (s. Tbsp.).

Literatur

Hörbeispiele

© 2008 Institut für Tiroler Musikforschung Innsbruck

Autorin

  • Elisabeth Th. Hilscher

Letzte inhaltliche Änderung

25.4.2003

Empfohlene Zitierweise

Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Hörmann, Johann Heinrich“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d1af (abgerufen am )

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