Kam spätestens 1593 als Kantor an die protestantische Stiftsschule in Klagenfurt, übernahm 1595 neben dem Figuralgesang auch die Leitung des Chorgesangs in der St. Egydi-Stadtpfarrkirche und heiratete die Klagenfurterin Maria Khaiser. Nach Einsetzen der Gegenreformation musste er Kärnten 1601 – mit einer Abfertigung in Höhe eines Jahresgehalts – verlassen und wurde im selben Jahr fürstlicher Hofkapellmeister in Altenburg/D, 1602 in Weimar. Stilistische Merkmale seiner Historia, einer sechsstimmigen, dreiteiligen deutschsprachigen Matthäus-Passion in Motettenform, sprechen für einen (nicht belegbaren) Venedig-Aufenthalt H.s., der zu den wichtigsten Vertretern der protestantischen Musikpflege Innerösterreichs im 16. Jh. zählt. Seine Passion ist dramatischer angelegt als die zur gleichen Zeit entstandene ausdruckstiefere Johannes-Passion von L. Lechner.
Werke
Historia des Leidens und Sterbens unsers Herrn und Heilands Jesu Christi aus dem H. Evangelisten Mattheo für 6 Stimmen 1594; verschollen: zahlreiche Gesänge.
Literatur
- NGroveD 11 (2001)
- MGG 6 (1957)
- H. Federhofer in Carinthia I/145 (1955)
- H. J. Moser, Die Musik im frühevangelischen Österreich 1954
Autor
- Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
6.5.2001Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Herold (Heroldt), Johannes“ (6.5.2001), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d139 (abgerufen am )
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