Götz, Alois Josef

* 13.2.1823 Ischl (Bad Ischl/OÖ), † 9.6.1905 Innsbruck

Gitarrist, Sänger

Sein Vater, der Salinenphysikus Dr. Josef Götz (* 6.3.1774 Wien, † 3.6.1839 Ischl), hatte die Heilkraft des Ischler Wassers ab 1807 erstmals systematisch angewendet und gilt als Mitbegründer des Kurortes Bad Ischl (s. Abb., nach ihm ist auch die dortige G.straße benannt). Erster Geigenunterricht im Alter von acht Jahren, während seiner Ausbildung zum Förster wandte er sich, beeindruckt von den gitarristischen Fähigkeiten seines älteren Bruders August, der Gitarre zu. Unter dessen Anleitung errang G. Fertigkeiten als Solist und als Begleiter. Als Forstkandidat zunächst in Aussee (Ausseerland) tätig, wo er als Gesangsbegleiter hervortrat und gemeinsam mit dem Geiger Hermann Roithner vor Erzherzog Johann spielte. Zu dieser Zeit begann G. mit seiner kompositorischen Tätigkeit, zunächst mit Transkriptionen populärer Volkslieder für Gitarre. 1844 lernte er in Bad Aussee den Gitarristen L. Schulz kennen, der ihn möglicherweise auch unterrichtete. Mit Schulz, der ihn zu seiner späteren Gitarreschule anregte, trat er auch im Duo auf. Später wurde G. nach Reutte/T berufen und wirkte dort zuletzt rund 20 Jahre als Oberförster. Er setzte seine Tätigkeit als Gitarrist fort und musizierte vor Mitgliedern des bayrischen Königshofes. Nach seiner Pensionierung ließ er sich 1880 in Innsbruck nieder. G. komponierte volkstümliche Lieder, die er – meist sich selbst auf der Gitarre begleitend – vortrug und war ein Kämpfer für die Anerkennung der Gitarre als künstlerisches Instrument.

Ehrungen

  • Kriegsmedaille 1848
  • Kaiser-Jubiläumsmedaille 1873
  • Vize-Forstmeister 1880
  • Silberne Staatsmedaille der Tiroler Landesausstellung 1893
  • kais. Rat 1896

Werke

Gitarrenstücke; Polkas für Zither und Gitarre; Tiroler Alpenlieder für eine Guitarre [ca. 1899]; 20 beliebte Gesangs-Quartette und Lieder für Guitarre arrangiert 1893; Album beliebter Lieder für Gesang mit Lauten- oder Guitarrebegleitung, zusammengestellt und bearbeitet o. J.; Neue theoretisch-praktische Reform-Guitarre Schule mit besonderer Berücksichtigung des Selbst-Unterrichts und des Accordspieles. 3 Abtheilungen o. J. [1900].

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

8.8.2019

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Götz, Alois Josef“ (8.8.2019), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x002f9f05 (abgerufen am )

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