Gatto, Simone

* ca. 1540/50 Venedig/Republik Venedig (Venezia/I), † vor 1.2.1595 Graz?

Bläser, Komponist

Vermutlich in Venedig ausgebildet, kam er nach kaum zwei Jahren (1565/66) als Posaunist in Padua/I, drei Jahren (1568–71) als Posaunist und Komödiendichter in München und einem weiteren Jahr in seiner Heimatstadt 1573 als Trompeter und Posaunist in die Kapelle Erzhzg. Karls II. nach Graz, wo er 1577 „obrister musicus“ (d. i. der Instrumentalmusik) und am 1.8.1581 als Nachfolger A. Padovanos Hofkapellmeister wurde. Als nach Karls Tod 1590 die Hofkapelle aufgelöst wurde, war er unter den wenigen, die dessen Witwe Maria in ihrem stark reduzierten Hofstaat weiter behielt, insbesondere war er mit der Verwahrung der Instrumente beauftragt. Seine Bestellung zum Kapellmeister Erzhzg. Ferdinands (1595, Ferdinand II.) kam jedoch nicht mehr zustande. Der Stil seiner nur teilweise erhaltenen, sowohl gedruckten als auch handschriftlich überlieferten Werke (darunter eine doppelchörige Messe Andra la nave mia in gleich drei innerösterreichischen Mensuralhandschriften) ist nicht einheitlich und zeigt verwandte Züge sowohl zu Padovano, mit dem er wohl schon in Venedig oder spätestens in München zusammengetroffen war, als auch zu A. Gabrieli.

Werke

Instrumentalwerke (nicht erhalten); geistliche (v. a. Messen, umfangreiche Motettensammlung posthum ersch.) und zwei weltliche Vokalwerke. NA einer Messe in DTÖ 90 (1954) und einer Motette in MAM 47 (1979).

Literatur

  • Federhofer 1967
  • MGG 4 (1955)
  • StMl 1962–66
  • Federhofer 1996

Abbildungen

Autor

  • Rudolf Flotzinger

Letzte inhaltliche Änderung

24.1.2023

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Flotzinger, Art. „Gatto, Simone“ (24.1.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001ceb9 (abgerufen am )

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