Fuchs (Fux), Jacob Christoph

* ca. 1753 Wien, † 21.8.1819 Wien

Geigenbauer

Der zweite Vorname scheint bisher in der Literatur nicht auf, entspricht aber der Signatur, mit der F. die Übernahme von 100 fl aus dem Nachlass von J. G. Thier im Jahr 1779 bestätigte. Er war bei diesem als Geselle angestellt und hat möglicherweise auch in dessen Werkstätte seine Lehrzeit verbracht. Es ist anzunehmen, dass er nach dem Tod von Thier bei Philipp Jakob Wurm gearbeitet hat. Er übernahm 1787, nach Ablegung des Bürgereids am 5.7., dessen Werkstätte am Tiefen Graben Nr. 369 (Haupt). In den Wiener Steuerbüchern ist er ab 1788 zu finden, seine Steuerleistung lag immer im untersten Bereich der Wiener Geigenbauer. Der 1795 verstorbene Geigenmacher Johann Radeck vermachte F. testamentarisch je 50 Geigenböden und -decken (Ottner). Lt. Totenprotokoll verstarb F. 1819 im Alter von 66 Jahren unverheiratet an einem Schlaganfall. Er war in Wien gebürtig und wohnhaft in der Wallnerstraße Nr. 280 im sog. Graumüllerischen Haus. Er hinterließ kein Testament und keinen Besitz. Aus dem Nachlass konnten kaum die Arzt- und Bestattungskosten gedeckt werden (Ottner). Um sein Gewerbe bewarben sich noch im Todesjahr B. Enzensberger und F. Feilnreiter. Lütgendorff spricht sich abwertend über F.’ Instrumente aus. Lt. Prochart war er zusammen mit A. Bogner der erste Wiener Geigenbauer, der J. Stainer als Vorbild aufgab und nach einem flachen, breiten Modell arbeitete. Ein eventuelles Verwandtschaftsverhältnis zu den Geigenbauern Fux ist derzeit (2001) ungeklärt.

Literatur

Autor

  • Rudolf Hopfner

Letzte inhaltliche Änderung

18.2.2002

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Hopfner, Art. „Fuchs (Fux), Jacob Christoph“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00020988 (abgerufen am )

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