Ab 1905 Kompositionsstudium bei L. Thuille und Walter Courvoisier in München. Studium der Musikwissenschaft an der Wiener Univ. bei G. Adler (Promotion 1913); habilitierte sich 1920 an der Innsbrucker Univ.; 1922 (MGG: 1923) zum Extraordinarius ernannt, begründete er dort die Lehrmittelsammlung, die 1926 zum Institut wurde; 1927 Mitvorstand des musikwissenschaftlichen Seminars in Wien (neben R. Lach); leitete Aufführungen Musik der Gotik anlässlich der Beethoven-Zentenarfeier 1927 in Wien und 1929 in der Wiener Burgkapelle (Perotins Sederunt); 1928–38 Mitglied der leitenden Kommission der DTÖ, 1927–31 des Direktoriums der Internationalen Gesellschaft für Musikwissenschaft; 1931 Nachfolger Adolf Sandbergers als o. Prof. und Seminarvorstand in München. 1948 kehrte er nach Innsbruck zurück. F. war ein Pionier in der Erforschung der mittelalterlichen Musik.
Schriften
- Die Chromatik im italienischen Madrigal des 16. Jh.s, Diss. Wien 1913
- Beiträge zur Chromatik des 14. bis 16. Jh.s in StMw 2 (1914)
- Die Kolorierungstechnik der Trienter Messen in StMw 7 (1920) [Hab.schr.]
- Primäre Klangformen in Jb. der Musikbibliothek Peters 1929
- Polyphonic Music of the Gothic Period in MQ 15 (1929)
- Guido Adler und die Wiener Schule der Musikwissenschaft in ÖMZ 1 (1946)
- The Transition on the Continent in New Oxford History of Music 3 (1960)
- Die Grundlagen der abendländischen Mehrstimmigkeit (unvollendet)
- (Hg.), Studien zur Musikgeschichte. [Fs.] G. Adler 1930
- Schriftenreihe des musikwissenschaftlichen Seminars in München, 7 Bde., 1935–40
- Ausg: DTÖ 53 (1920) [gem. m. A. Orel], 61 (1924) u. 76 (1933), Perotinus: Organum quadruplum sederunt principes 1930
Literatur
Autorin
- Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2002Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Ficker (Ritter von Feldhaus), Rudolf“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001cd68 (abgerufen am )
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