Lebte ab Januar 1921 in Chomutov/CZ. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums studierte F. an der Wiener MAkad. 1930–33 Harmonielehre und Musiktheorie bei M. Springer; Reifeprüfung 1937 als Externist. Daneben kurzzeitig Schüler von A. Webern (Formenlehre) und Hermann Scherchen (Dirigieren). Musikwissenschaftsstudium bei R. Lach, A. Orel und E. Wellesz in Wien sowie ab 1934 in Prag. Die UA seiner Kantate Gebet am 14.12.1934 in Prag bescherte ihm einen großen Erfolg. Nach seiner Promotion 1938 an der Univ. Wien lebte er freischaffend in Wien. Am 3.5.1940 wurde F. zur Wehrmacht eingezogen. Während eines Fronturlaubs heiratete er am 18.11.1942 die Geigerin und Musikwissenschaftlerin Emma Kostelecky; am 11.8.1943 Geburt der Tochter Susanne, nur 17 Tage später wurde er bei Pretschistoje im Raum Jelnja-Spas-Demensk als vermisst gemeldet. Die Vokalmusik dominiert im Schaffen von F. sehr deutlich, Instrumentalwerke bilden nur einen kleinen Teil. Zahlreiche Aufführungen und Rundfunksendungen sind nachweisbar. Nichts wurde jedoch zu seinen Lebzeiten gedruckt.
Werke
Bühnenwerke: Märchenoper Tull und die Schrauben 1933 (T: H. F.), Funkmärchen Krauskopf und Flachkopf 1933 (T: H. F.); Chorwerke mit Orch.: Kantate Gebet 1934 (T: Walther v. d. Vogelweide), Verkündigung 1937 (T: Rainer Maria Rilke); Chorwerke a cappella: Gott im Mittelalter 1932 (T: R. M. Rilke), Du musst nicht bangen, Gott 1933 (T: R. M. Rilke), Nachtwächter ist der Wahnsinn 1933 (T: R. M. Rilke), Die kleine Mutter 1938 (T: Manfred Hausmann); Sologesang mit Orch.: Auszug der Erstlinge 1933 (T: Stefan George), Der Jünger 1937 (T: St. George), Wenn in die Heimat du kamst 1940 (T: St. George); Lieder: Das bunte Liederbuch m. Kl. 1934–42 (T: W. v. d. Vogelweide; Erstausg. 2018), Rilke-Lieder m. Kl. 1933–42, Liedersuite mit Instrumenten 1934–36 (T: St. George), zahlreiche Lieder nach verschiedenen Dichtern 1935–42; Orchesterwerke: Divertimento 1931, Concertino f. Kl. 1932, Concerto grosso I 1937, Concerto grosso II 1938, Kleine Spielmusik 1938; Kammermusik: Hinkemit f. Vl. und Va. 1938, Sonate f. Vl. 1939, Fantasie f. Vl. 1940 (Erstausgabe 2015); Klavierwerke.
Schriften
- Das orchestrale Klangbild in Brahms’ Orchester-Werken, Diss. Wien 1938
Literatur
- E. Steinhard in Der Auftakt 15 (1935)
- E. Frank in Zs. f. Musik 106 (1939)
- Vl. Helfert/E. Steinhard, Die Musik in der Tschechoslovakischen Republik 21938
- R. Quoika, Die Musik der Deutschen in Böhmen und Mähren 1956
- H. Simbriger, Werkkat. zeitgenössischer Komponisten aus den dt.en Ostgebieten, Erg.bd. 5 (1974)
- LdM 1 (2000)
- H. Spencer, Hanna’s Diary, 1938–1941. Czechoslovakia to Canada 2002
- J. W. Hammer in Th. Emmerig (Hg.), „Musik im Archiv“. Thomas Stolle und die Konzertreihe des Musikarchivs der Künstlergilde e. V. in Regensburg 1987–1995, 2014
- Th. Emmerig (Hg.), „…es war, als hätte die Musik ihn gewählt“ 2016. Nachlass: CDN-Lu und A-Wn
Autor
- Thomas Emmerig
Letzte inhaltliche Änderung
20.4.2018Empfohlene Zitierweise
Thomas Emmerig, Art. „Feiertag, Hans“ (20.4.2018), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00389a6c (abgerufen am )
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