Der Sohn des Holzhändlers, Organisten und Komponisten Johannes F. (* 2.5.1886 Fischbach/St, † 9.4.1946 Birkfeld/St) und dessen Frau, der Volksschullehrerin Martha Anna, geb. Thomala (* 27.7.1902 Poruba/Österreichisch-Schlesien [Orlová/CZ], † 28.1.1989 Birkfeld?; Eheschließung 25.10.1922 Neulengbach/NÖ) wuchs mit sechs Schwestern in einer musikalischen Familie in Birkfeld auf, wo er auch die Volksschule besuchte. Nach vier Jahren Gymnasium in Wiener Neustadt kehrte er nach Birkfeld zurück und absolvierte dort eine Tischlerlehre. Darüber hinaus wurde er in Klavier, Violine, Klarinette (am Konservatorium in Graz bei Karl Steinwidder) und Bassgeige ausgebildet. Ab Ende Juli 1957 sieben Jahre lang Klarinettist und Stabführer bei der Militärmusik Steiermark. Daneben begann F. 1959 mit der Zusammenstellung einer Fünf-Mann-Gruppe, die 1962 als Original Berglandecho an die Öffentlichkeit trat und mit der er lange Jahre erfolgreich auftrat. F. spielte Klarinette, Saxophon, E-Bass, Klavier, Keyboard, Blockflöte, Bassgeige und diverse Percussionsinstrumente und komponierte und textete einen Großteil der Nummern. 1964 übernahm er die Leitung der Stadtkapelle Leibnitz und begann, bei der dortigen Sparkasse zu arbeiten. Hier lernte er seine Frau Erika kennen, die er am 23.7.1966 heiratete und mit der er vier Kinder hatte. Nach einigen Jahren Tätigkeit beim Finanzamt Leibnitz entschied er sich 1971 für eine Karriere als Berufsmusiker. Es folgten jahrelang über 250 Auftritte pro Jahr im In- und Ausland, Gastspielreisen führten ihn mit dem Original Berglandecho durch Europa und 1973 nach Montreal/CDN. Dazu kamen TV-Auftritte u. a. in Deutschland, Holland und Österreich (u. a. Musikantenstadl, bei H. Conrads und Marianne und Michael). Mit der Pensionierung F.s 2001 erfolgte die Auflösung des Original Berglandechos und sein Rückzug ins Privatleben. Als Komponist, Arrangeur und Texter im Bereich der volkstümlichen Musik zählte er zu den erfolgreichsten Vertretern Österreichs.
Ehrungen
- Goldene Schallplatte 1972
- Goldene Rose 1977
- Hermann Löns-Medaille (Deutscher Kulturpreis, Hamburg/D) in Bronze 1979 und in Gold 1987
- Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark 1990
Werke
über 700 Werke (Bergland-Polka; Am Almsee; Ja mir san mit’n Radl da; Diesseits und jenseits der Alpen); über 30 Alben mit dem Original Berglandecho.
Literatur
- Lang 1996
- Who is who in Öst. 1997
- www.leibnitzaktuell.at (11/2022)
- www.meinbezirk.at (11/2022)
- www.bestattungkada.at (11/2022)
- https://trauer.kleinezeitung.at (11/2022)
- Taufbuch der Pfarre Fischbach 1894–1904, fol. 72
- Trauungsbuch der Pfarre Neulengbach 1907–38, fol. 137
- Mitt. Familie F. (11/2022)
Autor:innen
- Monika Kornberger
- Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
18.1.2023Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Monika Kornberger, Art. „Fast, Sepp (eig. Josef Simon, Pseud. L. Staringer)“ (18.1.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00020301 (abgerufen am )
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