Duck (Duk), Augustin (August)

* 22.8.1798 Krumau/Böhmen (Český Krumlóv/CZ), † 30.8.1845 Marienbad/Böhmen (Mariánské Lázně/CZ)

Violinist, Musikpädagoge, Komponist

Sohn eines gleichnamigen bürgerlichen Weißgerbers und dessen Frau Franziska. D. studierte 1816–22 am Prager Konservatorium Violine. Ca. 1825/26 war er Violinist im Grazer Theaterorchester und Mitglied des Musikvereins für Steiermark, von April bis August 1826 (Elementar-Violinschule) und 1831–33 Violinlehrer an dessen Msch. 1826 erhielt D. die Erlaubnis, öffentlichen Musiktheorieunterricht zu erteilen; seine Kurse – nach den Grundsätzen des Prager Konservatoriums konzipiert – richteten sich v. a. an angehende Lehrer; ab 1827 beinhalteten sie auch Unterweisungen im Orgelspiel, ab 1828 auch im Kirchengesang. Ab dem Schuljahr 1829/30 wurden sie bis 1833 im Rahmen des Musikvereins für Steiermark abgehalten, danach führte er sie noch bis 1840 weiter. Daneben wollte D., geprüfter Hauptschullehrer, auch als Lehrer Fuß fassen; zwischen 1830/40 bewarb er sich um sechs verschiedene Hauptschullehrerstellen (damit, oder mit seiner Verehelichung, könnte auch die Ausstellung eines Taufscheins am 17.10.1835 zusammenhängen); 1831–40 unterrichtete er jedenfalls als Lehrgehilfe an der Schule der Grazer Grabenpfarre. Bei der Geburt seines einzigen Kindes Eleonora (* 21.2.1839 Graz, † nach 1845 [Ort?]) wird D. als „öffentlicher Lehrer des Generalbasses, und Lehrgehülf an der Pfarrschule am Graben“ bezeichnet. 1840 wechselte D. nach Wien, wo er Kapellmeister des Vereins zur Beförderung echter Kirchenmusik bei St. Anna (Nachfolger: Ferd. Schubert) wurde und auch hier Musiktheorie und allgemeine Kirchenmusiklehre unterrichtete; D.s Nachfolger in Graz wurde L. C. Seydler. Bereits 1837 hatte er im Auftrag der Wiener Schulaufsicht ein Gutachten Über die Verbesserung der Kirchenmusik und Einrichtung und Leitung der Kirchenmusikschule bey St. Anna in Wien vorgelegt. Er starb während eines Kuraufenthaltes in Marienbad, wohin er über Karlsbad gereist war. Seine Witwe Barbara Leopoldina (Babeth) Greippl (Greipel, * 12.11.1812 Krumau, † 9.10.1856 Krumau, Heirat 17.5.1838 Krumau) übersiedelte nach dem Tod mit der Tochter zurück in ihre Heimatstadt. Ein Tantum ergo von D. wurde noch 1882 in Wien aufgeführt, seine Werke sind auch in den Kirchenmusikarchiven von Baden bei Wien und Mödling nachweisbar. Die Kirchenliedersammlung von 1835 (Kirchengesangbuch) enthält auch zwei slowenische Lieder und die noch heute in der Diözese Graz-Seckau verbreitete Melodie zum Osterlied Der Heiland ist erstanden (eine Komposition D.s).

Werke

Klavierlieder (5 in Graz 1830, 5 bei Artaria 1838); Ouvertüre f. Orch. 1834; Kirchenmusik (Missa brevis 1844, Ave Maria in F-Dur [f. 4-stimmigen Chor, 2 V., Va. und Org.], Libera me f. Männerquartett, Tantum ergo in Es-Dur, Pange lingua, Vexilla regis, Ecce quomodo, Te Deum, Hymnus „Adorna Thalamum“ u. a.). – Kirchenlieder, welche in der Fuerst-Bischoeflichen Seckauer und Leobner-Dioecese das ganze Jahr hindurch gesungen und mit der Orgel begleitet werden. Gesammelt, und für die Orgel mit leichten einfachen Zwischenspielen eingerichtet, wie auch mit mehreren Cadenzen und Vorspielen, dann vier Präludien, welche während der heil. Wandlung gespielt werden können, und vier andern leichten Präludien versehen und herausgegeben von August Duk, öffentlichem Lehrer des Generalbasses und des Kirchengesanges in Gratz 1835.

Schriften

  • Ueber die Generalbaßschrift und Generalbaß-Begleitung in Allg. Wr. Musik-Ztg. 18.7.1844, 341f, 20.7.1844, 345f, 23.7.1844, 349f
  • Ueber die Begleitung der Kirchenlieder mit der Orgel, und das Orgelspiel überhaupt in Allg. Wr. Musik-Ztg. 27.8.1844, 409f und 29.8.1844, 413f

Literatur

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

18.12.2019

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Duck (Duk), Augustin (August)“ (18.12.2019), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0032781e (abgerufen am )

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