1734–44 Ausbildung im Priesterseminar von Montefiascone/I, 1747 dort Kanonikus, wirkte als Rhetoriklehrer; 1760–64 in Rom; 1765 am Florentiner Hof (Hofpoet 1769). 1772 erster Wien-Besuch; ging mit Joseph Graf Kaunitz nach Berlin und Potsdam; 1776–79 Reise u. a. nach Stockholm, Kopenhagen und St. Petersburg; 1780/81 Spanienreise; 1783 wieder in Wien. C. schrieb ab 1785 die meisten Libretti für A. Salieri, darunter Prima la musica, poi le parole, das 1786 in Schönbrunn mit W. A. Mozarts Schauspieldirektor aufgeführt wurde. Beide Werke kritisierten die zeitgenössische italienische Oper. 1788/89 Reise nach Rom, Sizilien, Malta und Konstantinopel (Istanbul); 1791 wieder in Wien; 1792 wurde er kaiserlicher Hofpoet von Franz II. 1796 verließ C., den man gewisser Sympathien für die Jakobiner verdächtigte, endgültig Wien; zuerst in Italien, lebte er ab 1798 in Paris. C.s Libretti gehen oft von zeitgenössischen politischen Ereignissen aus und zeichnen sich durch satirischen Charakter sowie virtuose Sprachbehandlung aus. R. Strauss nahm Prima la musica als Grundlage für seine Oper Capriccio.
Werke
Lo sposo burlatto (M: G. Paisiello); Il Re Teodoro in Venezia (M: Paisiello); La grotta di Trofonio; Prima la musica, poi le parole; Cublai, gran Khan de’ Tartari; Catilina (alle von Salieri vertont); zahlreiche unvertonte Libretti.
Literatur
- NGroveD 5 (2001)
- MGG 4 (2000)
- H. van der Bergh, G. C. 1951
- R. Angermüller in Haydn Yearbook 1978
Autorin
- Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2002Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Casti, Giovanni Battista (Giambattista; Johann Baptist)“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001fb13 (abgerufen am )
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