Der Sohn eines Lederarbeiters studierte 1923–29 an der Wiener MAkad. Violine bei F. Mairecker, eventuell auch bei Ernst Morawec. 1933 kam er zu den Wiener Philharmonikern, 1939–69 Konzertmeister, ab 1935 Leitung der Geigenklasse an der Musikakademie, er gründete 1937 das B.-Trio, 1947 das Wiener Oktett (in dem auch sein Bruder Alfred Karl [* 9.2.1913 Wien, † 3.7.1990 Wien] als Klarinettist mitwirkte), leitete 1947–65 das B.-Quartett, 1960 als Nachfolger W. Baryllis das Wiener Musikvereinsquartett (mit O. Strasser, R. Streng und E. Brabec bzw. R. Scheiwein). B. war als Strauss-Dirigent bekannt, dirigierte 1955 zum ersten und 1979 zum letzten Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Dabei erneuerte er die Tradition der Strauss-Kapellen, abwechselnd mitzuspielen und mit dem Geigenbogen zu dirigieren. Gründer des Wiener Mozart-Ensembles, 1969 Chefdirigent des Wiener Johann Strauss-Orchesters. B. war in dritter Ehe ab 21.10.1961 mit der Schauspielerin Elisabeth Höbarth (1923–2007) verheiratet.
Gedenkstätten
- Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof (s. Abb.)
Ehrungen
- Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker 1970
- Großes Ehrenzeichen der Republik Österreich 1984
- Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
- Prof.-Titel
Literatur
- NGroveD4 (2001)
- Czeike 1 (1992)
- InterpretenL 1992
- MiÖ 1989
- C. Hellsberg in Musikbll. d. Wr. Phil. 155 (1990/91)
- Taufbuch der Pfarre Fünhaus (Wien XV) 1909, fol. 73 u. 1913, fol. 10
- Mitt. Archiv MUniv. Wien (4/2024)
Abbildungen
Autorin
- Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
24.1.2023Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Boskovsky, Willi (eig. Willibald Karl)“ (24.1.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f914 (abgerufen am )
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