Sohn eines Striegauer (Strzegom/PL) Stellenbesitzers und Fabrikanten. Besuchte 1880–86 das Königlich-katholische Schullehrer-Seminar zu Breslau (Wrocław/PL) und erhielt parallel dazu seine musikalische Ausbildung bei Bernhard Kothe (1821–97), Moritz Brosig (1815–87) und Julius Schäffer (1823–1902) am Institut für Kirchenmusik an der Univ. Breslau. Seine erste Lehrstelle trat er in Seitendorf (Poniatów/PL) an und wechselte anschließend nach Strenze (Trzcinica/PL). 1888 legte er das 2. Lehrerexamen ab. Ab 1.1.1890 bis zu seinem Tod unterrichtete er an der Volksschule in Glogau und war als Organist an der dortigen Stadtpfarrkirche St. Nikolaus angestellt. Nebenbei war er als Komponist und Musikschriftsteller tätig und widmete sich der Geschichtsforschung. Am 16.5.1900 heiratete er die Tochter eines Hausbesitzers Anna Regina Katharina, geb. Henke (* 25.11.1879 Schrimm/Schlesien [Śrem/PL], † nach 1922 [Ort?]) in Fraustadt (Wschowa/PL); aus der gemeinsamen Ehe gingen fünf Kinder hervor. 1900–09 gab er außerdem Zeichenunterricht am humanistischen Gymnasium in Glogau. In seinen musikgeschichtlichen Aufsätzen schrieb er u. a. über die Beziehung bekannter Komponisten wie C. M. v. Weber, F. Chopin, J. Haydn und F. Liszt zu Schlesien. Nicht zu verwechseln mit J. Blaschke.
Gedenkstätten
- Blaschkestraße (Glogau; heute Polska-Straße)
- Gedenktafel auf dem Friedhof in der Legnicka-Straße in Glogau (Enthüllung am 23.1.2022)
Werke
Orgelwerke; Lieder (u. a. Das Glöcklein im Thale 1896, Die Barmherzige Schwester 1903); Männerchöre; Messen; Märsche f. gr. Orch.; Salonstücke f. Kl.
Schriften
- Die Belagerung Glogaus im Jahre 1806, 1906
- Gesch. der Stadt Glogau und des Glogauer Landes 1913
- historische Aufsätze
- Aufsätze und Kritiken in Musik-Zss. und -Ztg.en (u. a. in der NZfM, Neuen Musik-Ztg. und Musik- u. Theater-Ztg. für Ostdeutschland)
Literatur
- F. Jansa, Dt. Tonkünstler u. Musiker in Wort und Bild 21911
- F-A 1936
- M. Górniak in Słownik Pisarzy Śląskich 4 (2013)
- Neue Musik-Ztg. 31 (1910), 80, 212
- Die Musik 4/15 (1904–05), 43, 7/27 (1907–08), 111, 10/37 (1910–11), 171, 11/42 (1911–12), 110, 11/44 (1911–12), 241
- Musikalisches Wochenbl. 5.12.1907, 1021
- Musikalisch-literarischer Monatsbericht über neue Musikalien (Februar 1909), 70, (März 1909), 106, (April 1909), 148
- St. Pöltner Bote 15.4.1909, 19
- Historische Zs. 112 (1914), 230
- Schlesische Schulztg. 36/30 (1907), 479, 39/29 (1910), 516
- Trauungsbuch des Standesamtes Fraustadt 1900, fol. 29
- Mitt. Diözesanarchiv Zielona Góra/PL (5/2022)
- www.glogow.pl/tzg (4/2022)
- https://glogow.naszemiasto.pl (4/2022)
- www.glogauerheimatbund.de (4/2022)
- https://fotopolska.eu (4/2022)
- www.glogow.pl/ezg (4/2022)
- https://web.archive.org (5/2022)
- eigene Recherchen (www.bibliotekacyfrowa.pl/; www.anno.onb.ac.at; www.sbc.org.pl; www.basia.famula.pl)
Abbildungen
Autorin
- Karoline Hochstöger
Letzte inhaltliche Änderung
23.8.2022Empfohlene Zitierweise
Karoline Hochstöger, Art. „Blaschke, Johann Friedrich Julius“ (23.8.2022), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x003da486 (abgerufen am )
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

