Bettelheim (verh. von Gomperz), Caroline (Karoline)

* 1.6.1845 Pest (Budapest), † 13.12.1925 Wien

Sängerin (Alt)

Ein Jahr nach ihrer Geburt übersiedelte die Familie nach Wien. Erster Klavierunterricht von Moritz Laufer, danach 1852–58 und 1860/61 vom Geiger und Komponisten K. Goldmark, der sie als „ungewöhnlich begabtes Kind“ einstufte, zur Pianistin ausgebildet. Im Alter von neun Jahren erster öffentlicher Auftritt als dessen Klavierbegleiterin. 1858/59 Klavierunterricht bei E. Pirkhert am Konservatorium der GdM sowie bei J. N. Dunkl. Außerdem zwei Jahre Gesangsunterricht bei M. Laufer. Obwohl sie noch einige Male öffentlich als Pianistin auftrat, u. a. im Jänner 1861 mit Werken ihres Lehrers Goldmark und bei Aufführungen des Hellmesberger-Quartettes, entschied sie sich für eine Karriere als Sängerin. 1861–67 Mitglied der Wiener Hofoper, seit 1862 als Erste Altistin (über 30 Rollen, u. a. Azucena, Selika), ab 1863 Gastspiele u. a. in London, Braunschweig/D, Frankfurt am Main/D, Graz, Leipzig/D, Breslau (Wrocław/PL). Letzter Auftritt am 20.5.1867 in Graz, nach ihrer Heirat am 14.7.1867 mit dem Brünner Großindustriellen Julius v. Gomperz (1823–1909) zog sie sich von der Bühne zurück. Im Wiener Wohnsitz führte B. einen Musiksalon, unter den regelmäßigen Gästen waren J. Brahms, J. Strauss Sohn und F. Liszt. Ab 1870 wieder als hoch geschätzte Konzert- und Liedsängerin u. a. in Wien, London, Frankfurt am Main, Leipzig/D und (mit F. Liszt) Aachen/D tätig. Im Herbst 1915 brachte sie das nachgelassene Klavierquintett ihres früheren Lehrers Goldmark gemeinsam mit dem Rosé-Quartett in ihrer Sommerresidenz in Döbling (Wien XIX) zur UA, danach zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Stiftete ab 1871 einen Freiplatz am Konservatorium der GdM. Ihr Bruder Anton (1851–1930), Jurist und Literaturwissenschaftler, der von Goldmark Geigenunterricht erhielt, war mit der Schriftstellerin Helene Gabillon (1857–1946) verheiratet.

Gedenkstätten

  • Ehrenhalber gewidmetes Grab Friedhof Döbling

Ehrungen

  • Kammersängerin der Wiener Hofoper 1867
  • Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone
  • Ehrenmitglied der GdM

Literatur

Abbildungen

Autor:innen

  • Uwe Harten
  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

13.4.2021

Empfohlene Zitierweise

Uwe Harten, Monika Kornberger, Art. „Bettelheim (verh. von Gomperz), Caroline (Karoline)“ (13.4.2021), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f87b (abgerufen am )

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