Johan Fredrik: * 4.12.1787 Stockholm, † 26.8.1861 Stockholm. Geiger, Komponist und Dirigent. Schon 1795–1803 gemeinsam mit seinem Vater, dem Fagottisten und Geiger Georg Johann Abraham (1758–1825), auf Konzertreisen, u. a. 1799 für längere Zeit in Wien, wo sie J. Haydn trafen, der ein väterlicher Freund J. F.s wurde, und wo mehrere Werke von J. F. entstanden. 1803–12 war J. F. in St. Petersburg erst Violin-Schüler, später Nachfolger von P. Rode an der kaiserlichen Hofkapelle und Kontrapunkt-Schüler von S. Neukomm. 1812–14 ging er u. a. mit F. Ries auf Tournee. Von 1814 bis zu seinem Tod war er in der Hofkapelle in Stockholm (1823–49 Hofkapellmeister) tätig.
Werke
Bühnenwerke, Vokalmusik, Orchester- und Kammermusik (u. a. zahlreiche Streichquartette).
Sein Halbvetter
Franz (Adolf): * 23.7.1796 Stockholm, † 3.4.1868 Stockholm. Geiger und Komponist, vom Vater, dem Geiger Christian Friedrich Georg (1740–1825), ausgebildet, war F. B. der bekannteste der weit verzweigten Musikerfamilie. 1812–28 in der Stockholmer Hofkapelle tätig, danach in Berlin (u. a. auch als Orthopäde). 1841–42 ging B. nach Wien, wo er vorwiegend als Komponist wirkte und seine frühere Angestellte, die Königsbergerin Mathilde Scherer (1817–88) heiratete. 1842 nach Stockholm zurückgekehrt und ohne Aussicht auf einen Posten, ging er bereits 1846 wieder auf Reisen, u. a. auch nach Österreich, wo sein „Tongemälde“ Ein ländliches Verlobungsfest in Schweden 1847 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde; 1849–58 war er Leiter von Glashütten in Schweden, erst 1864 wurde er Mitglied der Königlichen MAkad. und 1867 Lehrer für Komposition am Konservatorium in Stockholm. Einige Werke des bemerkenswertesten schwedischen Komponisten des 19. Jh.s entstanden in Wien und wurden dort auch – mit unterschiedlichem Erfolg – uraufgeführt.
Ehrungen
- Ehrenmitglied des Salzburger Mozarteums 1847
Werke
Opern; Sinfonien; Violinkonzert; Kammermusik etc.
Literatur
- NGroveD (2001)
- MGG 2 (1999)
- E. Lomnaes et al. (Hg.), F. B. Die Dokumente seines Lebens 1979
- MGÖ 2 (1995)
Autor
- Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2002Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Berwald, Familie“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f878 (abgerufen am )
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