War mit sieben Jahren Schüler des Domorganisten Franz Xaver Weissauer, später von M. Haydn. Nach Philosophie- und Mathematikstudium an der Univ. Salzburg wurde er ca. 1792 Organist an der Univ.skirche und 1796 Chorleiter am Salzburger Hoftheater. 1797–1804 studierte N. in J. Haydn bei Wien, für den er auch Arrangements anfertigte; daneben gab er Klavier- und Gesangsunterricht (Schüler: A. P. Milder-Hauptmann, F. X. Mozart). 1804–08 war er Kapellmeister in St. Petersburg/RUS. 1809–15 (Aufführung seines Requiem beim Wiener Kongress) und 1821–39 war er in Diensten des Fürsten Charles Maurice de Talleyrand, dazwischen Musiklehrer am Hof in Rio de Janeiro/BR. 1842 spielte der weitgereiste N. eine führende Rolle bei der Enthüllung des Salzburger Mozart-Denkmals. Seine Schwester Elisabeth (1789–1816) war Sängerin (Sopran) in Wien.
Gedenkstätten
- Neukommweg (Wien XIII)
- Gedenktafel Salzburg (Hagenauerplatz 1, s. Abb.)
Ehrungen
- Légion d’Honneur 1815
Werke
Kirchenmusik (s. Abb.), Oratorien, Kantaten, Chöre, Opern u. Schauspielmusik; Instrumentalmusik.
Schriften
Literatur
- R. Angermüller, S. N. 1977 [mit WV]
- NGroveD 17 (2001) [mit WV]
- MGG 9 (1961)
- ÖBL 7 (1978)
- Riemann 1961 u. 1975
- Salzburger KulturL 2001
- Personenlex. Öst. 2001
- MGÖ 2 (1995)
- Czeike 4 (1995)
Abbildungen
Autor
- Alexander Rausch
Letzte inhaltliche Änderung
16.5.2004Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Neukomm, Sigismund Ritter von“ (16.5.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001db1d (abgerufen am )
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

