Baur (Paur), Jakob

* ca. 1743 Wien, † 23.7.1797 Neubau (Wien VII)

Holzblasinstrumentenmacher

B. heiratete 1765 in St. Ulrich (Wien VII) als „Musicus“ in erster Ehe Elisabeth Theresia Rockapaur (* 4.8.1743 Wien, † 1.7.1778 Neubau), Tochter von M. Rockobauer. Als Instrumentenmacher ist er B. erstmals 1769 belegt, 1780 belieferte er die Kapelle in Eszterháza mit Fagottrohren. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits k. k. Hofinstrumentenmacher in Wien. Das Wiener Bürgerrecht dürfte er nie erlangt haben, auch in den Steuerbüchern scheint er nicht auf. B. war in zweiter Ehe mit Juliane Seefried (ca. 1762–13.1.1830; Trauung am 4.1.1784) verheiratet. Er wohnte im Haus Neubau Nr. 91 (später: Nr. 235), welches den Hausnamen „Zum goldenen Fagott“ trug. Spätestens ab 1790 war er dessen Eigentümer. B. starb 1797 an Nervenfieber und hinterließ neben seiner Witwe vier Kinder. In seinem Haus wurde am 16.11.1797 eine Auktion durchgeführt, bei der vermutlich B.s Verlassenschaft versteigert wurde. Neben Gemälden und Prätiosen gelangten Streichinstrumente und Musikalien sowie Werkzeug zur Ausrufung.

B. fertigte alle Arten von Holzblasinstrumenten. Young weist 18 erhaltene Instrumente nach, wobei zahlenmäßig die Doppelrohrblattinstrumente überwiegen. Als instrumentenkundlich wichtigstes Objekt ist ein siebenklappiges Bassetthorn von ca. 1780 im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg (Inv. Nr. MI 134) erwähnenswert.

Literatur

Autor

  • Rudolf Hopfner

Letzte inhaltliche Änderung

2.2.2018

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Hopfner, Art. „Baur (Paur), Jakob“ (2.2.2018), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f80f (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.