B. verdiente ein Vermögen mit Glücksspielkonzessionen und hatte Einfluss auf zahlreiche italienische Opern, da das Zentrum des Glücksspiels meist das Opernhaus war. 1809 begann er als Impresario verschiedener Theater in Neapel (u. a. des Teatro S. Carlo, wo er am 25.8.1812 Chr. W. Glucks Iphigénie en Aulide herausbrachte). 1821–25 und 1826–28 Pächter des Theaters an der Wien sowie des Wiener Kärntnertortheaters. Seit 1826 Leiter des Teatro alla Scala und des Teatro Canobbiana in Mailand. Als „principe degli impresari“ förderte B. auch viele Komponisten und Sänger bzw. Sängerinnen (G. Rossini, Saverio Mercadante, Giulio Pacini, Isabella Colbran). Durch die von B. ermöglichte Aufführung von Opern Rossinis (unter dessen Leitung) kam es in Wien zu einer wahren Rossini-Begeisterung. Über die Vermittlung Josef Kupelwiesers erhielt Fr. Schubert von B. den Kompositionsauftrag für Fierrabras D 796, der aber letztlich nicht zur Aufführung gelangte, vielleicht weil die UA von C. M. v. Webers Euryanthe am 25.10.1823 am Kärntnertortheater nur einen geringen Erfolg brachte und B. wieder die italienische Oper forcierte.
Literatur
- MGG 2 (1999)
- NGroveD 2 (2001)
- SchubertL 1997
- Hadamowsky 1975
- MGÖ 2 (1995)
- J. Rosselli, The Opera Industry in Italy from Cimarosa to Verdi 1984
- G. Monaldi, Impresari celebri del secolo XIX 1918
- E. Lucka, Der Impresario 1937 [Roman]
Autorin
- Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2002Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Barbaja (Barbaia), Domenico“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f7d3 (abgerufen am )
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