Wiest, Brüder

Schriftsteller und Musiker

Franz Anton: * 16.2.1814 Wien, † 1.6.1847 Wien. Schriftsteller, Kritiker, Redakteur. Der Sohn eines bürgerlichen Kleidermachers erhielt in seiner Kindheit eine musikalische Ausbildung und begann zunächst 1830 nach dem Besuch des Akademischen Gymnasiums (Wien I) ein Philosophiestudium. Ab 1833 schrieb er Gedichte, Humoresken, Genrebilder sowie Opern- und Konzertkritiken für die Wiener Zeitungen Der Wanderer (1833–37), Sammler (1833–36) und Österreichisches Morgenblatt (1836). 1837/38 war W. Mitarbeiter von A. Bäuerles Allgemeiner Theaterzeitung (Opposition zu J. N. Nestroy und dessen Werken). Anschließend ging er nach Deutschland (Leipzig [erscheint hier 1839 erstmals als Dr.], Mainz), wo er bis 1842 verschiedene Zeitungen leitete bzw. redigierte und 1840/41 Sekretär sowie Dramaturg der Operngesellschaft von August Schumann war, mit der er 1840 und 1841 nach England reiste. 1842–46 veranstaltete W. humoristische Vorlesungen in verschiedenen deutschen, österreichischen (am 24.3.1844 erstmals in Wien) und ungarischen Städten. 1843–45 war er neuerlich beim Wanderer tätig, 1844–47 bei der Wiener Allgemeinen Theaterzeitung. Seit 15.10.1844 verheiratet mit Anna Maria Maßmann (* 24.8.1822 Eltwille/D, † ?), Taufpatin der Tochter Henriette Anna (* 3.11.1844 Wieden [Wien IV], † ?) war H. Treffz.

Ehrungen

  • Ehrenmitglied versch. dt. Carnevalsges.en

Schriften

Literatur

  • V. Jungwirth, F. W. als Musikkritiker, Diss. Wien 1948
  • Wurzbach 56 (1888)
  • MGÖ 2 (1995)
  • Taufbuch der Pfarre St. Peter (Wien I) 1804–25, pag. 301
  • Trauungsbuch der Pfarre St. Stephan (Wien I) 1843–53, fol. 89
  • Taufbuch der Pfarre St. Karl Borromaeus 1841–44, fol. 334

Ludwig (Ludovic): get. 25.3.1819 Wien, † 19.1.1889 Bukarest. Geiger. Erster Geigenunterricht von A. Wranitzky, der ihm für seinen ersten öffentlichen Auftritt 1828 Variationen schrieb. Studierte 1829–35 Violine und Generalbass am Konservatorium der GdM bei Jos. Böhm, Harmonielehre, Kontrapunkt und Komposition bei S. Sechter. Auf Empfehlung des Wiener Konservatoriums kam er 1837 nach Bukarest, wo er die Hofkapelle des Prinzen Alexandru Ghica neu organisieren und leiten sollte. Im Sommer 1843 Orchesterdirektor und Solist des Budapester Nationaltheaters. 1845–60 erster Violinist der Italienischen Oper in Bukarest, 1868–77 Konzertmeister der Rumänischen Philharmonischen Gesellschaft. Darüber hinaus fungierte er 1860–80 auch als Dirigent des Nationaltheaters. Aktiv an der Gründung des Bukarester Konservatoriums beteiligt, an dem er 1864–89 als Geigenprofessor tätig war. Dazwischen unternahm er immer wieder ausgedehnte Konzertreisen auch außerhalb der Habsburger-Monarchie (u. a. nach England, Russland, Frankreich, Italien, in die Türkei). 1853 konzertierte er in Wien, 1862 in Linz und 1862/63 in Gmunden. Einige seiner Kompositionen erschienen in Bukarester Verlagen. Seine beiden Söhne Ern [st?] und Julius waren ebenfalls in der Musikbranche tätig, Ersterer als Pianist, Letzterer als Komponist.

Werke

gem. m. Augusta Mayood Ballett Doamna de aur [Dame aus Gold] 1870; Violinkonzert 1861; Violinstücke; Tänze (Walzer Aus den Bergen, Fanelly-Quadrille); Kammermusk; Militärmusik; Lieder.

Literatur

Autor:innen

  • Christian Fastl
  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

22.10.2019

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Monika Kornberger, Art. „Wiest, Brüder“ (22.10.2019), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x003af9d9 (abgerufen am )

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