Werlin, P. Johannes OSB

get. 25.12.1588 Landsberg am Lech/D, † 29.5.1666 Seeon/D

Kirchenmusiker, Komponist, Dichter

Besuchte die Klosterschulen Diessen/D und Andechs/D, wurde 1609 Novize im Benediktinerkloster Seeon (heute Seeon-Seebruck), legte am 25.11.1610 das Ordensgelübde ab, empfing 1612 die niederen Weihen, 1614 in Salzburg die Priesterweihe und betätigte sich wissenschaftlich sowie als Musiker. 1625 Wahl zum Prior, 1634 auch zum Chordirektor in Seeon, 1637–39 als Subprior im Kloster Attel (Wasserburg am Inn/D), nach 1640 zeitweise auch Priester an der Wallfahrtskirche von Maria Eck/D. 1659 legte W. das Prioramt zurück. W.s dichterisches und kompositorisches Schaffen, seine Kompendien zur Melodiebildungslehre sind für die Geschichte des Liedes und der Metrik im Frühbarock (Barock) von großer Bedeutung. Er zeichnete vor 1646 u. a. eine der zahlreichen älteren Melodiefassungen zum „Schloss in Österreich“ auf. – Ein Johann W. [2] aus Oettingen/D war ca. 1644 Lehrer und Chordirektor in Lindau/D und trat ebenfalls als Komponist in Erscheinung.

Werke

W (alle Ms.): Rhitmorum varietas …, 6 Bde. 1646 (skandierte Liedtexte, Melodien m. Gb., Vorschläge zur Ordnung der Melodien); Beschreibung der Gesangbücher u. Anzal [sic] aller deren darinnen begriffenen Gesängen u. Lieder nach dem Abc 1647; Nundinae Metrorum In quibus Omnivaria metrorum varietas ex variis Poetarum Coryphaeis eruta 1648.

Literatur

Autor

  • Uwe Harten

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Uwe Harten, Art. „Werlin, P. Johannes OSB“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e696 (abgerufen am )

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