Vigl, Familie

Lehrer und Musiker

Karl: * 7.3.1898 Kastelruth/T (Castelrotto/I), † 3.3.1965 Bozen (Bolzano/I). Lehrer, Organist, Kapellmeister, Komponist. Sohn eines Volksschullehrers, besuchte die Lehrerbildungsanstalt in Bozen, hier musikalischer Unterricht bei P. Kolumban Müller OSB. Danach war er Lehrer und Organist in Kastelruth, 1919 wechselte er nach Villanders (Villandro/I). 1928–32 Singlehrer an der Volksschule in Bozen, 1932–38 Lehrtätigkeiten in der Provinz Perugia/I und in der Lombardei, danach in verschiedenen Orten am Ritten (Renon/I). 1947–50 war V. Lehrer und Chorregent in Kaltern, 1950–62 Volksschuldirektor in Bozen, wo er außerdem als Organist an verschiedenen Kirchen wirkte sowie Kantor an der Propsteikirche und Chormeister der MGV.e von Bozen und Gries/I war. In den 1930er Jahren außerdem Chorleiter des Kirchenchores Rentsch (Rencio/I) und 1962–65 Kapellmeister der Blasmusikkapelle in Salurn (Salorno/I). Seine Kirchenmusikwerke stehen in der Tradition des Cäcilianismus.

Werke

2 Requien f. 3 Männerstimmen u. Org., dt. u. lat. Kirchenmusik f. versch. Besetzungen (Marien-, Heiligen-, Sakraments- u. Predigtlieder, Propriumssätze), Lieder, Blasmusik.

Sein Sohn

Karl Hermann:* 6.5.1939 Lengmoos am Ritten (Longomoso/I), † 26.9.2021 Meran (Merano/I). Lehrer, Chorleiter, Kapellmeister, Komponist. Absolvierte die Lehrerausbildung und war Volksschullehrer in Tiers (Tires/I), Kaltern und im Sarntal (Sarentino/I). Anschließend Bibliotheksleiter in Bozen, 1972–82 weitere Lehrtätigkeit an Mittelschulen in Bozen, Neumarkt (Egna/I) und Leifers, danach wieder an Volksschulen in Branzoll (Bronzolo/I), Montiggl (Monticolo/I) und Girlan (Cornaiano/I). Private musikalische Studien u. a. bei Andrea Mascagni, Oswald Jaeggi, René Leibowitz sowie in Cremona/I (Musikpaläographie). Daneben leitete er zahlreiche Südtiroler Chöre und Musikkapellen (Kirchenchor und Musikkapelle Tiers 1959–61, Musikkapelle Sarnthein (Sarentino/I) 1961–64, MGV Gries 1961–71, Singkreis J. E. Ploner Leifers 1965–77, Lehrersingkreis Bozen 1968–73, MGV Meran 1974–77, Frauenchor Tramin (Termeno/I) 1977–83, Musikkapelle Branzoll 1978–84, Kirchenchor Neumarkt seit 1989), 1963–77 war er Bundeschormeister des Südtiroler Sängerbundes. 1980–90 Leiter der Fachgruppe Musik im Südtiroler Künstlerbund, langjähriges Präsidiumsmitglied der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik. Mitarbeiter des RAI-Senders Bozen und der Kulturredaktion der Dolomiten, 1975–78 Chefredakteur der Südtiroler Volkskultur. Seit 1991 lebt er in Meran-Obermais (Merano-Maia Alta/I). – Nicht verwandt mit dem Musikpädagogen (seit 1999 am Bozener Konservatorium), Organisten und Komponisten Bernhard V. (* 25.3.1970 Bozen).

Ehrungen

  • Ehrenzeichen des Landes Tirol 1998
  • Ehrenmitglied der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik 2009

Werke

Kirchenmusik (Ökumenisches Te Deum, Dt. Orgelpsalm, Dt. Proprium zu Christi Himmelfahrt), Kammermusik m. Bläser, Musik f. Blasorch. (auch Bearbeitungen von Werken V. Gollers, E. Lucernas, Alexander Myons u. A. Salieris).

Schriften

Literatur

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

11.3.2022

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Vigl, Familie“ (11.3.2022), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x001301e2 (abgerufen am )

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