Spielte Bratsche, Viola d’amore und Blockflöte, war vom 1.9.1945 (ab 1.11.1957 Stimmführer) bis 31.8.1973 (Pensionierung) als Bratschist Mitglied der Wiener Symphoniker . T. arbeitete daneben für den Verlag Doblinger („unersetzbares Korrekturgewissen der Reihe Diletto musicale“) und wirkte auch als Herausgeber und Bearbeiter u. a. von Werken J. und M. Haydns (z. T. gemeinsam mit H. C. R. Landon), W. A. Mozarts, Fr. Schmidts, Christian Ludwig Dietters, A. Kaufmanns sowie als beispielgebender Hersteller von Klavierauszügen. Mit P. Angerer hatte T. die zeitgenössische Spielweise auch auf einigen Schallplatten längst kultiviert (Aufführungspraxis). Er war Wegbereiter für Paul Hindemith in Wien, für viele Wiener Musiker unentbehrlicher Helfer, Auskunftsperson in schwierigen musikalischen Fragen und wurde zuletzt, bei fast allen Konzerten, Vorträgen und Diskussionen zugegen, auch als „Original“ gesehen. Er besaß eine umfangreiche Sammlung von Autographen und Erstausgaben.
Ehrungen
- Prof.-Titel 1964
- Anton-Bruckner-Ring der Wr. Symphoniker 1970
Tondokument
- G. Ph. Telemann, Barock-Trios
- J. S. Bach, Brandenburgische Konzerte (Blockflöte)
- J. Haydn, 5 Lyrenkonzerte f. Blockflöte
Literatur
- f. e. (F. Endler) in Die Presse 10.12.1982
- [Fs.] 125 Jahre Musikverlag Doblinger 2001
- Mitt. Angela Pachovsky, Paul Angerer, Archiv Wr. Symphoniker.
Autor
- Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
27.8.2019Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Trötzmüller, Karl“ (27.8.2019), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e50b (abgerufen am )
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