St. wurde vom einflussreichen Librettisten und Dramatiker Giulio St. (* 1583 Venedig, † 31.3.1652 Venedig), dessen illegitime Tochter sie gewesen sein dürfte, adoptiert. Ihre Mutter Isabella Garzoni war lange Zeit dessen Haushälterin. St. erhielt schon früh von F. Cavalli Musik- und Kompositionsunterricht. Spätestens 1634 trat sie vor Gästen im Haus ihres Vaters auf, mit 16 Jahren wurde sie vom Komponisten Nicolò Fontei in einer Widmung als „höchst virtuose Sängerin“ gewürdigt. Bei ihrem Gesang begleitete sie sich selbst auf der Laute und auf der Gambe. Eine Plattform dafür bildete die von ihrem Vater gegründete Accademia degli Unisoni. Ab 1641 gebar sie vier uneheliche Kinder, mit denen sie im Haus ihrer Eltern lebte. Ab 1644 trat sie auch als Komponistin, zunächst für den eigenen Gebrauch, hervor, wobei die Singstimmen ihrer Werke sehr virtuos gehalten sind und einen ungewöhnlich großen Ambitus aufweisen. Ihre Werke, die bis auf Opus 1 (Il primo libro de madrigali) erst ab 1651 veröffentlicht wurden, widmete sie u. a. K. Ferdinand II. und Eleonora (Gonzaga, I.) 1651 als Auftragswerk zu deren Hochzeit (Cantate, ariette e duetti op. 2) sowie Erzhzg.in Anna in Innsbruck (Sacri musicali affetti op. 5, 1655). Möglicherweise hatte sie sich dadurch eine Position am Innsbrucker Hof erhofft.
Ehrungen
- Widmungsträgerin von zwei Sololiedbänden von N. Fontei (1635/36)
Werke
acht Bände mit Vokalmusik, davon sieben Bände weltlich (Madrigale, Arien, Kantanten) mit insgesamt über 125 Einzelstücken.
Literatur
- NGroveD 23 (2001)
- MGG 12 (1965) u. 16 (2006)
- K-R 1997 u. 2002
- Riemann 1961
- MGÖ 1 (1995)
- Booklet zu Sacri Musicali Affetti 1655, 2023
- https://mugi.hfmt-hamburg.de (12/2023)
- https://barbarastrozzi.com/ (12/2023)
Hörbeispiele
Autorinnen
- Monika Kornberger
- Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
16.1.2024Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Monika Kornberger, Art. „Strozzi, Barbara“ (16.1.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e3d1 (abgerufen am )
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