Strolz, Johann Nepomuk Georg

* 22.12.1780 Thurneck bei Strass im Zillertal/T, † 28.10.1835 Bozen/T (Bolzano/I)

Volkslied- und Mundartforscher, Schriftsteller

Als Sohn des Landrichters Kasimir Josef St. und dessen Frau Anna Maria Magdalena Sterzinger v. Siegmundsried zum Thurn in der Breite besuchte er in Innsbruck das Gymnasium und absolvierte ein Jusstudium; auch nahm er mit den Rottenberger Scharfschützen an der Verteidigung der Tiroler Grenze zu Graubünden/CH teil. Er war ab 1805 als Jurist in verschiedenen Ämtern in Tirol, Böhmen und Niederösterreich tätig, bevor er 1817 Landrichter in Schwaz/T, dann im Passeier Tal (Val Passiria/I) und Schlanders (Silandro/I) wurde. Wegen „Unregelmäßigkeiten“ (er war nach eigener Darstellung wegen beruflicher Schwierigkeiten zur Zeit der Bayernherrschaft, wegen des Erhaltes seiner sehr großen Familie – er hatte acht Kinder – und diverser Unglücksfälle in finanzielle Schwierigkeiten geraten) wurde er zu einer Freiheitsstrafe verurteilt und starb im Gefängnis in Bozen. Sein Interesse galt von Jugend auf Archivalien und literarischen Handschriften. Mit seiner Publikation von 1807 und seinen anderen Volksliedarbeiten kann er als der erste Volksmusiksammler mit wissenschaftlichem Anspruch im heutigen Österreich bezeichnet werden. Seine Volksmusikaufzeichnungen (1 Lied, 29 Schnaderhüpfel [Gstanzl] und 1 Tanz) zeichnen sich durch mundartkundliche, volkskundliche und aufführungspraktische Kommentare aus. Seine im Stift Fiecht/T aufgefundenen Carcergedichte enthalten Lebensbilder mit volkskundlich interessanten Details des ausgehenden 18. Jh.s.

Schriften

Literatur

Autorin

  • Gerlinde Haid

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Gerlinde Haid, Art. „Strolz, Johann Nepomuk Georg“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e3d0 (abgerufen am )

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