Stadler, P. Maximilian OSB (Joannes Carolus Dominicus)

* 4.8.1748 Melk/NÖ, † 8.11.1833 Landstraße (Wien III)

Geistlicher, Komponist, Musikforscher

Erhielt ersten Musikunterricht vom Melker Bassisten und Schulmeister Johann Franz Leuthner und kam im Alter von 10 Jahren als Sängerknabe ins Zisterzienserstift Lilienfeld, wo er Generalbass-, Violin- und Orgelspiel lernte; während der Ferien hatte er in Melk Kontakt zu J. G. Albrechtsberger. 1762–66 besuchte St. das Wiener Jesuitenkollegium, 1766 trat er als Novize ins Stift Melk ein (Profess 1767, Primiz 1772). Nach Tätigkeiten in der Seelsorge unterrichtete St. 1775–83 Theologie am Stiftsgymnasium; 1783/84 war er Kaplan in Wullersdorf/NÖ und 1784–86 Prior. 1786–89 Kommendatar-Abt von Lilienfeld und 1789/90 von Kremsmünster. Ab 1791 lebte er als Konsistorialrat in Linz (Reisen nach Böhmen) und ab 1796 in Wien, wo er in der Hofbibliothek arbeitete, 1803–10 die Pfarre Altlerchenfeld (Wien VII) betreute und im Jänner 1804 säkularisiert wurde. 1810–15 Pfarrer in Böhmischkrut (Großkrut/NÖ), kehrte er anschließend nach Wien zurück, widmete sich ganz der Musik und sammelte Material für eine österreichische Musikgeschichte. Als hervorragender ausführender (Pianist und Organist) und theoretischer Musiker (S. Sechter bezeichnete ihn als ausgezeichneten Kontrapunktiker), war der als „Abbé St.“ in die Geschichte eingegangene Geistliche mit vielen bedeutenden Musikern und Komponisten seiner Zeit bekannt (u. a. J. Haydn, W. A. Mozart, L. v. Beethoven, Fr. Schubert). Er unterstützte Co. Mozart und G. N. Nissen 1798/99 beim Ordnen und Sichten von Mozarts Nachlass; bei dieser Gelegenheit ergänzte bzw. vollendete er einige Fragmente und Skizzen Mozarts.

Gedenkstätten

  • Gedenktafel am Geburtshaus
  • Grabdenkmal am St. Marxer Friedhof (Wien III)

Ehrungen

Werke

Kirchenmusik (gesichert 4 Messen, 2 Requien, 1 Te Deum, 1 Dt. Singmesse, über 90 kleinere Werke), Oratorium Die Befreyung von Jerusalem 1813, Singspiel Das Studenten-Valete 1781, 4 Kantaten, Lieder, Kammer- u. Klaviermusik (s. Abb.); Bearb. v. Opern Ch. W. Glucks, Mozarts u. L. Cherubinis f. Streichsextett.

Schriften

Literatur

Abbildungen

Hörbeispiele

© 2015 Studio Weinberg, 4292 Kefermarkt

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Stadler, P. Maximilian OSB (Joannes Carolus Dominicus)“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e317 (abgerufen am )

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