S. erhielt eine Ausbildung im Synagogalgesang durch seinen Vater Israel S. (1806–97), den Kantor von Hlinik. Weitere Gesangsausbildung in Prag und Wien. 1866 wurde er Kantor an der Synagoge in Beuthen (Bytom/PL), 1874 Oberkantor der Synagoge in Nürnberg/D. 1881 wurde er über Vermittlung E. Hanslicks als Nachfolger S. Sulzers Oberkantor am Wiener Stadttempel. S. war Präsident des Oesterreichisch-ungarischen Kantorenvereins und wirkte auch als Gesanglehrer. Sein Sohn Simon S. (* 24.2.1870 Beuthen, † 18.9.1931 Nietleben bei Halle an der Saale/D) studierte 1887–90 Klavier und Kontrapunkt am Konservatorium der GdM, wirkte danach als Opernsänger, ab 1901 als Kantor in Kattowitz (Katowice/PL) und nach dem Ersten Weltkrieg als Oberkantor in Halle. J. S.s Tochter Clara († 22.10.1967 Salzburg), die zweite Frau (1908) von O. Straus, war Sängerin. Ein gleichnamiger Klavierbauer, Joseph S. (* 1800, † ?), wirkte in Wien.
Ehrungen
- kais. Rat 1908
Werke
Festhymne (f. Bariton, Chor, Org.), Synagogengesänge.
Schriften
- Die Tonarten des traditionellen Synagogengesanges (Steiger), ihr Verhältnis zu den Kirchentonarten u. den Tonarten der vorchristlichen Musikperiode 1886
- Aufsätze über den Synagogengesang
Literatur
- ÖBL 57. Lfg. (2004)
- E. Mann et al. (Hg.), Deutschlands, Österreich-Ungarns und der Schweiz Musiker in Wort u. Bild 1 (1909/10) [Foto]
- Eisenberg 1893
- A. Friedmann (Hg.), Lebensbilder berühmter Kantoren 1 (1918) u. 3 (1927)
- Ottner 1977 [Klavierbauer]
- Hopfner 1999 [Klavierbauer]
Autorin
- Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2006Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Singer, Joseph“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0010755a (abgerufen am )
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