Besuchte die Wiener MAkad., wo er 1910–21 (Unterbrechung 1916–18) Violine (bei G. Feist, H. Steiner v. Eltenberg, J. Stwertka), Klavier (bei Josef Saphier [ca. 1859– nach 1933]) und Musiktheorie (bei C. Horn) studierte. Nach dem Ersten Weltkrieg – Militärdienst ab 1916 bei den Hoch- und Deutschmeistern – war Sch. in den 1920er Jahren als Orchestermusiker an verschiedenen Wiener Bühnen und als Kabarettpianist tätig sowie Mitglied eines Showorchesters, mit dem er eine Europatournee unternahm; 1919 erste Kompositionsabende im Wiener Musikverein (Gesellschaft der Musikfreunde in Wien). In der Folge gründete er ein eigenes Streichquartett, das Auftritte im kleinen Wiener Musikvereinssaal und im Rundfunk verzeichnen konnte. Zumindest 1928 war er Kapellmeister in Königsberg (Kaliningrad/RUS). Ab 1937 lebte er zunächst als freischaffender Künstler in Feldkirch, wo er ab 1953 an der Stella Matutina Violine unterrichtete und in mehreren Orchestern spielte (auch in Dornbirn und Vaduz); Auftritte in der Schweiz und Gründer des Feldkircher Kammerorchesters. Als Komponist arbeitete er ca. 1946–69 für den Film (hauptsächlich für in Deutschland produzierte Dokumentar- und Spielfilmproduktionen) sowie für die Vorarlberger Landesbühne. Darüber hinaus betrieb Sch. 1948–52 den Janus-Verlag, um eigene Kompositionen auf dem Gebiet der Unterhaltungsmusik zu verbreiten. Seit dem 4.4.1921 war Sch. mit der Geigerin und Musikpädagogin Anna (Anni) Prücher (* 16.1.1901 Wien, † ? [Ort?]) verheiratet.
Ehrungen
- 1. Schubertpreis der Wr. Volkskunst 1928
- 3 Filmmusikpreise 1947
- Ehrengabe des Landes Vorarlberg für Kunst und Wissenschaft 1966
- Prof.-Titel 1971
Werke
Orchesterwerke (Polonia, Scherzo macabre), Konzerte, Kammermusik, Kantaten, Singspiel Altweibersommer (unvollendet), Operette Das Liebesnest (unvollendet), Film- u. Bühnenmusiken, Wienerlieder, Märsche (s. Tbsp.); Tanz- u. U-Musik. – Nachlass: Stadtbibliothek Feldkirch, Musikslg.
Literatur
- Lang 1986
- ÖMZ 10 (1955), 31 u. 25 (1970), 499
- MGÖ 3 (1995)
- M. Getzner, Vorarlberger Komponisten, Bd. 1, 2017
- E. Schneider in Montfort 1971
- Neues Wr. Tagbl. 25.11.1919, 19, 25.7.1928, 4
- Taufbuch der Pfarre Reindorf (Wien XV) 1898, fol. 100
- Trauungsbuch der Pfarre Weinhaus (Wien XVIII), 1921, fol. 23
- www.feldkirch.at (3/2015)
- www.filmportal.de/georg-schneider (5/2023)
- Mitt. Archiv MUniv. Wien
- Mitt. Musikslg. Vorarlberger Landesarchiv
Hörbeispiele
Autor:innen
- Christian Fastl
- Karoline Hochstöger
Letzte inhaltliche Änderung
12.7.2023Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Karoline Hochstöger, Art. „Schneider, Georg (Pseud. Georg Colette, S. Georg, Vittore Benvenuto, James Bird, Sepp Hintertupfer, Pablo de Saragotta, Hanns Wolf, Karl Zöllner)“ (12.7.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e14b (abgerufen am )
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