Sacher, Hans

* ca. 1843 Spindelmühle/Böhmen (Špindlerův Mlýn/CZ), † 9.4.1912 Wien

Lehrer

S. war Bürgerschul-Direktor in Wien sowie Lehrer für Methodik des Gesanges und Übungsschullehrer am Wiener Lehrer-Pädagogium. Er veröffentlichte mehrere Arbeiten zur Förderung des Singunterrichtes in der Schule. Seine Bemühungen in dieser Richtung mündeten in den Ruf nach einer Reform der Notenschrift (Notation), den er in seiner Arbeit Unsere Tonschrift, Wien 1903, ausführlich begründete. Dabei vertrat S. die in der Musikpädagogik der Zeit weit verbreitete Meinung, für die zwölf Töne der chromatischen Skala würde „vernünftiger Weise“ ein System mit 12 Tonorten und die Verwendung von nur 12 Tonnamen genügen. Sein eigener Vorschlag einer „Wiener Notenschrift“ setzt drei Noten (im Halbtonabstand) in die Zwischenräume des Liniensystems: eine Note liegt auf der Linie, eine steht im Zwischenraum, eine dritte Note stößt an die (obere) Linie. Noten auf den Linien stehen also immer im Abstand einer großen Terz. Zusätzlich werden für die Noten unterschiedliche Formen (Keil, Rechteck, auf der Spitze stehendes Quadrat) vorgeschlagen. Die zwölf Töne benennt er („nicht ohne Willkürlichkeiten“) mit neuen Namen (Sa, Scho, Dö, Rä, Mi, Fa, Tu, Go, Nü, La, Be, Wa), die er „Wiener Tonnamen“ nennt, weil sie am Wiener Lehrer-Pädagogium entstanden seien.

Schriften

Literatur

Abbildungen

Autoren

  • Karl Schnürl
  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2005

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Karl Schnürl, Art. „Sacher, Hans“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e00f (abgerufen am )

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