Stand bereits 1690/91 am sächsischen Hof zu Dresden/D in Diensten von Kurfürst Johann Georg III., um 1709/10 versuchte er gemeinsam mit F. M. Pecori und S. Scio am Wiener Kärntnertortheater einen italienischen Bühnenbetrieb zu etablieren. Als Direktor einer reisenden italienischen Schauspielertruppe (19 Mitglieder und 4 Bediente) kam er 1715 neuerlich an den Hof nach Dresden bzw. Warschau, 1717 wurde sein Sohn dort „Compositeur de la musique italienne" an R.s italienischem Schauspiel. 1731/32 reisten Vater und Sohn mit der Künstlertruppe nach Moskau und St. Petersburg/RUS. 1733 wurde das italienische Schauspiel aufgelöst, nachdem sein Niedergang mit dem verstärkten Wirken J. A. Hasses in Dresden eingeleitet worden war; R. wurde im Alter von 75 Jahren pensioniert. Sein Sohn Giovanni Alberto (* 1692 Bologna/I [auch: Wien bzw. Venedig/I], † 7.2.1753 Dresden) war Kapellmeister am Dresdener Hof und ist als Komponist zahlreicher Opern, Intermezzi, Kantaten, Oratorien und Messen bekannt.
Literatur
- C. R. Mengelberg, G. A. R. Ein Beitrag zur Gesch. ital. Kunstherrschaft in Deutschland im 18. Jh. 1916
- MGÖ 2 (1995)
- NGroveD 21 (2001) [G. A. R.]
- MGG 8 (1998) [Rußland], 10 (1962) [Operntruppen] u. 11 (1963) [G. A. R.]
- Riemann 1961 [G. A. R.]
- EitnerQ 8 (1902)
Autor
- Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Ristori, Tommaso“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001df5e (abgerufen am )
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