Rautenstrauch, Franz Stephan OSB

* 26.8.1734 Blottendorf/Böhmen (Blatno/CZ), † 30.9.1785 Erlau (Eger/H)

Geistlicher, Gelehrter und Bibliotheksdirektor

Sängerknabe, später Tenor im Benediktinerstift Emaus in Prag, nach der Schulausbildung in Braunau/Böhmen (Broumov/CZ) als Konventuale des dortigen Benediktinerstifts im Lehrfach tätig. Seine in ihrer Aussage z. T. von kirchlichen Traditionen abweichenden Publikationen verschafften ihm Feinde, aber auch bedeutende Fürsprecher (u. a. K.in Maria Theresia). Er hing einem gemäßigten, konservativ-reformerischen Josephinismus an und konnte die Aufhebung der Abtei verhindern. 1773 wurde R. zum Abt seines Stiftes gewählt, 1774 auch zum Direktor der theologischen Fakultät der Prager Univ. bestellt, danach zum Präsidenten der theologischen Fakultät an der Wiener Univ. Nach seinen Entwürfen kam es in den „kaiserlichen Erblanden“ 1782 zu einer Neuorientierung und -ordnung des Theologiestudiums, die bis 1857 in Geltung blieb. Ab 1775 war er Oberdirektor der Wiener Univ.-Bibliothek.

Gedenkstätten

  • Rautenstrauchgasse (Wien 11)

Ehrungen

  • Goldene Medaille von Maria Theresia
  • Dr. theol. h. c. 1774

Werke

zahlreiche theologische Schriften (s. Wurzbach).

Literatur

  • LdM 2000, 279
  • Czeike 4 (1995) [R.gasse]
  • Wurzbach 25 (1873)
  • eigene Recherchen

Autor

  • Uwe Harten

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2005

Empfohlene Zitierweise

Uwe Harten, Art. „Rautenstrauch, Franz Stephan OSB“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001de6c (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.