Quadrille

Ein aus den englischen Countrydances hervorgegangener französischer Contredanse in Vierpaaraufstellung en carré (im Quadrat), dessen Bezeichnung nicht einheitlich verwendet wurde.

Neben unzähligen Abarten und Varianten wurde ab 1840 der Typ der Qu. Française standardisiert, der aus folgenden sechs Touren bestand: Pantalon, Été, Poule, Trénis, Pastourelle, Finale.

Im österreichischen Raum wurden auch nach Bekanntwerden der französischen Contredanses gegen 1720 von Hof und Adel die englischen Kontertänze favorisiert, was für die späteren Redouten des bürgerlichen Milieus ebenso zutrifft. Am häufigsten scheinen kostümierte Qu.n, oftmals als Contredanses bezeichnet, bei höfischen Maskenbällen des späten 18. Jh.s auf. Erst zu Beginn des 19. Jh.s avancierte die Qu. neben dem Wiener Walzer zum beliebtesten Gesellschaftstanz. Bei den im Zusammenhang mit politischen Ereignissen komponierten Qu.n, z. B. 1814 anlässlich des Wiener Kongresses oder 1848 anlässlich des Slavenkongresses in Prag, finden sich häufig musikalische Nationalismen (z. B. J. Wilde, Adolf Winter). Gegen Ende des 19. Jh.s wurde die Qu. in Wien in Colonnen, bei Bällen, wie etwa dem Wiener Opernball, gehört die kommandierte Qu. auch gegenwärtig (2004) noch zum Programm.

Literatur

Hörbeispiele

Autorin

  • Monika Fink

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2005

Empfohlene Zitierweise

Monika Fink, Art. „Quadrille“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001de25 (abgerufen am )

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