Pulikowski, Julian von

* 24.5.1908 Görlitz/Schlesien (heute D), † 12./13.9.1944 während des Warschauer Aufstandes

Musikwissenschaftler, Bibliothekar

Nach Abschluss des Gymnasiums in Hannover/D studierte P. 1926–32 Musikwissenschaft bei A. Orel, W. Fischer und R. Lach (Promotion 1932) sowie Komposition bei J. Marx in Wien; 1931/32 arbeitete er als Volontär in der ÖNB, danach setzte er das Studium bei Wilhelm Heinitz in Hamburg/D fort. 1934 trat P. als Leiter der Musikabteilung in die Nationalbibliothek in Warschau ein und gründete dort das Phonographische Zentralarchiv. 1936 erfolgte seine Habilitation an der Univ. Lemberg, im folgenden Jahr übernahm er als Privatdozent die Leitung des im Entstehen begriffenen Instituts für Musikwissenschaft der Univ. Warschau, das 1938 in eine Musikwissenschaftliche Fakultät umgewandelt und der Staatlichen Hsch. für Musik zugeordnet wurde. P. zählte zu jenen Vertretern der Musikwissenschaft, die in der musikethnologischen Grundlagenforschung die Basis jeder musikhistorischen Betrachtungsweise sahen: „Es ist wohl verständlich, daß das Verfassen einer Musikgeschichte des Westens solange eine Illusion bleibt, wie lange man überzeugt wird, daß es ohne die Erforschung des Volkslieds gelingen kann“ (P. nach Bartkowski, 185).

Schriften

Literatur

Autor

  • Wolfgang Suppan

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2005

Empfohlene Zitierweise

Wolfgang Suppan, Art. „Pulikowski, Julian von“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001de17 (abgerufen am )

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