Er immatrikulierte 1651 an der Univ. Siena/I, doch schon 1652–59 war er als Organist im Stift Kremsmünster tätig. Danach war er bis etwa 1670 Kapellmeister (und/oder „Aufwarter“) des Fürsten von Eggenberg in Graz und wurde von J. H. Schmelzer dem Fürstbischof von Kremsier als Nachfolger H. I. F. Bibers empfohlen (er sei Organist, Komponist und spiele auch etwas Violine). P. heiratete aber in diesem Jahr an St. Stephan in Wien und lebte anscheinend vom Musikunterricht, bis er von 1680 bis zu seinem Tod als Clavier- und Musiklehrer und Kammerdiener der Töchter des Kaisers angestellt wurde. Sein Traktat Musicalischer Schlissl enthält Elementarmusik-, Generalbass- und Kontrapunktlehre sowie Anweisungen zur Stimmung, Haltung und Spielweise von Streichinstrumenten, wobei er als erster im deutschen Sprachraum die Haltung der Violine unter dem Kinn fordert.
Werke
47 Arien f. Sopran u. B. c. (D-Mbs); Suiten à 4 (CZ-KRa).
Schriften
- Musicalischer Schlissl 1677 (US-Wc)
Literatur
- Knaus 2 (1968)
- M. Strümper, Die Viola da gamba am Österr. Kaiserhof, Diss. Wien 2001
- NGroveD 20 (2001). – Wien, Pfarrarchiv St. Stephan, Trauungsbuch 24
Autor
- Herbert Seifert
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005Empfohlene Zitierweise
Herbert Seifert, Art. „Prinner, Johann Jakob“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dddc (abgerufen am )
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