P. studierte 1436–38/39 in Wien (Baccalaureus Artium und Licentiat 1439). 1439 trat er eine Pfarrstelle in Auerbach (Oberpfalz/D) an. Spätestens ab 1448 war er an St. Emmeram in Regensburg als Lehrer tätig (1450 nennt er sich „rector scolarum“). 1455 Kanoniker der Alten Kapelle (Regensburg), Chorherr in Essing/D (Altmühltal) und Pfarrer in Neuhausen (bei Landshut/D). Ab dem Wintersemester 1456/57 bis 1458/59 studierte er in Leipzig/D. Seine letzte Pfarrstelle hatte er ab 1461 in Gebenbach. P. ist Besitzer und Hauptschreiber des Mensuralcodex St. Emmeram (D-Mbs, Clm 14274), dessen Entstehung wohl in seine Wiener Studienzeit (vgl. die enthaltenen Sätze H. Edlerawers) und die anschließenden Jahre fällt. Möglicherweise spielt auch der Aufenthalt in Leipzig eine Rolle. Neben seiner Musikhandschrift hinterließ er eine umfangreiche Bibliothek (ca. 110 Bände).
Literatur
- D. Braunschweig-Pauli in KmJb 66 (1982)
- I. Rumbold in Early Music History 2 (1982)
- I. Rumbold in Gutenberg-Jb. 60 (1985)
Autor
- Bernhold Schmid
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005Empfohlene Zitierweise
Bernhold Schmid, Art. „Poetzlinger, Conrad Hermann“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dd58 (abgerufen am )
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