1995 war es ein im damaligen Europa einzigartiges Festival mit Live-Performances und DJ-Sessions elektronischer Musik an speziellen Orten, eigentlich ein Nebenprodukt des Architekturfestivals 80 Tage Wien. Die wichtigsten und besten Musikerinnen und Musiker aus London, Belgien, Finnland, Tokio und Österreich lieferten hier die erste große Leistungsschau neuer elektronischer Musik auf internationaler Ebene, was ein entscheidender Schritt der innovativen Wiener Szene aus ihrer regionalen Situation in einen internationalen Zusammenhang war. Seither versuchten die BetreiberInnen, ph. im Zweijahres-Rhythmus weiterzuführen, aber schon die Wiederholungsveranstaltung fand 1997 ohne öffentliche Förderung und ausschließlich mit heimischen Künstlerinnen und Künstlern statt und hieß deshalb auch nicht ph., sondern Picknick mit Herrmann. Dabei portraitierte das angesehene englische Elektronik-Musikmagazin Wire die Wiener Szene, was diese mit einem Schlag ins Zentrum weltweiter Aufmerksamkeit rückte. ph.99 war dem heimischen Elektronik-Visionär M. Brand gewidmet, ph.02 fand unter dem Motto „tool time or the social construction of technology“ statt. Beide Veranstaltungen bestätigten und stärkten Wiens Ruf als internationaler Kommunikations- und Innovationsknotenpunkt neuer elektronischer Musik (auch als 3. Wiener Schule bezeichnet).
Literatur
- ph. 2002. Sonderausgabe Mai 2002 des Musikjournals SKUG
- www.phonotaktik.at (10/2004)
Autor
- Michael Huber
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005Empfohlene Zitierweise
Michael Huber, Art. „phonoTAKTIK“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00025475 (abgerufen am )
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