Der Mezzosopran-Kastrat ist 1654–65 in Innsbruck nachweisbar. Hier sang er u. a. die Titelpartie in A. Cestis L’Argia (1655), 1665 wurde er von K. Leopold I. als primo uomo mit Cestis Ensemble in die kaiserliche Hofkapelle übernommen, wo er in Opern und Sepolcri in Sopran- und Altrollen auftrat und schließlich seit Anfang 1697 für den kränkelnden Hofkapellmeister A. Draghi in Kirche, Kammer und Theater als Vize einsprang. Trotz mangelnder kompositorischer Profilierung – es sind nur zwei Werke von ihm bekannt – wurde er nach Draghis Tod 1700 für den Rest seines Lebens dessen Nachfolger als Kapellmeister des Kaisers. Er wurde bei den Franziskanern begraben.
Werke
Li Tributi (T: Caresana), „introduzione ad un balletto“, UA Linz 6.1.1681; La Rivalità della Prudenza, e della Fortuna, serenata, UA Laxenburg 9.6.1693.
Literatur
- Senn 1954
- Knaus 3 (1969)
- U. Hofmann, Die Serenata am Hofe K. Leopold I. 1658–1705 , Diss. Wien 1975
- H. Seifert in M. Dellaborra (Hg.), La figura e l’opera di Antonio Cesti nel Seicento europeo 2003
Autor
- Herbert Seifert
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005Empfohlene Zitierweise
Herbert Seifert, Art. „Pancotti, Antonio“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dc42 (abgerufen am )
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