Ott, Georg (George)

* 20.4.1808 Mürzsteg/St [nicht April 1803 Graz], † 18.8.1860 Riga

Komponist, Dirigent

Studierte ab 1826/27 drei Jahre Jus an der Univ. Graz u. a. bei Heinrich Hüttenbrenner, dem Bruder Anselms. Musikalische Ausbildung an der Schule des Musikvereines für Steiermark. 1832 ging er nach Wien, wo er unter J. A. Stöger Musikdirektor am Theater in der Josefstadt wurde. In dieser Eigenschaft schrieb er zahlreiche Bühnenmusiken, v. a. für Possen, u. a. für Affe und Bräutigam von J. Nestroy, und übersetzte italienische und französische Operntexte ins Deutsche. Spätestens ab Herbst 1840 Kapellmeister am Landständischen Theater in Graz. Ab 1842 gelang es ihm als Gesangspädagoge und Kapellmeister (Nachfolger von A. Leonhardt) des Musikvereins für Steiermark das Niveau der Aufführungen zu heben. „Die Concertprogramme der Jahre 1843–1848 gehören unläugbar zu den besten, welche die Vereinsconcerte jemals gehabt haben; ein Verdienst, welches in erster Reihe unzweifelhaft dem Capellmeister Ott zuzuschreiben ist.“ (Bischoff, 114). 1844 lehnte er die Position des Musikdirektors aufgrund von Unvereinbarkeit mit seiner Lehrerstelle ab. 1846 erhielt er die Erlaubnis, eine Schule für Männergesang zu gründen. Im Juli 1853 schied er aus dem Musikverein aus, um eine Kapellmeisterstelle am Theater in Riga anzunehmen, das Franz Thomé, bis Anfang 1853 Direktor des Grazer Theaters, seit 22. März des Jahres leitete. Ab 1856 oder 1857 leitete O. auch die Musikalische Gesellschaft in Riga.

Ehrungen

  • Ehrenmitglied des Musikvereines für Steiermark 1853/58

Werke

Bühnenmusiken; Männerchöre. – Übersetzungen ital. Opernlibretti, u. a. v. G. Donizetti, G. Rossini, Vincenzo Bellini und G. Meyerbeer.

Literatur

Autorinnen

  • Barbara Boisits
  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

1.12.2014

Empfohlene Zitierweise

Barbara Boisits, Monika Kornberger, Art. „Ott, Georg (George)“ (1.12.2014), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dbee (abgerufen am )

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